Schlagwort: Tränen

Und es lag Schnee… auch in meinem Herzen

Die Glocke läutete. Sie läutete laut in meinen Ohren.
Aber das lag wahrscheinlich auch daran, dass ich direkt unter dem Glockenturm stand.
Die Glocken begleiteten die Familie und Angehörige eines anderen verstorbenen zu dessen Grab.

Die Menschen versammelten sich. Es wurden immer mehr. Hände wurden geschüttelt. Menschen, an die ich mich nicht erinnern kann, die sich als mehr oder weniger enge Verwandte meines Opis aus seiner Heimat in Bayern ausgaben, sprachen mich an. Anscheinend erinnere ich sie an meine Mutter, als diese noch jünger war. Ich gab mir keine Mühe die Gesichter und Namen mir zu merken. War es ja doch fraglich, ob ich die Personen je wieder sehen würde.

Dann läutete die Glocke für meinen Opi. Exakt zur angesetzten Zeit. Und der Kloß in meinem Hals nahm zu.
Schweigend lief ich neben meinem Bruder, meinem Schwesterchen und dessen Freund in die Aussegnungshalle.
Es ist eine schöne Halle. Vorne, wo der Sarg aufgebahrt und dekoriert ist, und auch ein großes Bild von meinem Opi steht, ist sie lichtdurchflutet. Überall liegen Rosenblätter.
Links soll meine Omi und die Kinder von Opi mit deren Ehepartnern sitzen, also auch meine Eltern. Rechts, die ersten zwei Reihen sind für die Enkel reserviert.
Als ich die Reihe aufrutsche, umklammere ich meine rote Rosen, die ich trage so fest, dass ich einen Stiel abbreche.
Ich setze mich, betrachte den Sarg…. die Rosenblätter… den Marmorboden… das Blumengesteck… das Weihwasserbecken… die Menschen, die hereinströmen… und fühle mich zum ersten Mal so richtig endlos einsam… einfach nur einsam und alleine. So als wäre die Frau, die neben mir Platz  nimmt, nicht meine Schwester, so als wäre ich unter Fremden.

Das Lieblingslied meines Opis „Die Rose“ nahm mir die Luft.

Und als wir dem Sarg nachliefen, zu dem Grab… und der Trompeter dieses Lied spielte, waren meine Beine blei. Und trotzdem konnte ich mechanisch einen Schritt vor den Anderen setzen. Der Schee knirschte unter jedem Schritt… meine Wangen waren heiß von den Tränen, die automatisch und still und warm meine Wangen hinabrollten…

Die vielen Menschen, die kamen, waren höflich und ließen der Familie Platz vor dem Grab.

Der Sarg wurde von den Friedhofsdienern heruntergelassen, zu dem Lieblingslied meines Opi’s „die Rose“. Alle hielten den Liedtext und es hörte sich sehr schön an, wie so viele gemeinsam sangen. Aber es war so endgültig.
Ich zerquetschte die Stiele meiner Rosen. Und ich stand da… und ich stand da alleine.
Meine Schwester hatte ihren Freund, mein Vater meine Mutter, meine Oma ihre Tochter und ich stand da… und ich fühlte mich noch niemals so einsam… so unverbunden mit dieser ganzen Situation. Mein Herz war in einer eiskalten Hand…
Als ich schluchzte, kam zwar die Hand meines Vaters und zog mich zu sich an seine Brust und reichte mir ein Taschentuch. Aber es fühlte sich nicht warm an, ich fühlte mich nicht aufgehoben und geborgen… es fühlte sich verbogen und fremd an… mein Herz schlug einerseits so schnell und ich wunderte mich, wie es dies denn bewerkstelligen konnte, spürte ich doch so sehr diese eisige Klaue, welche es hart umklammerte… und um mich herum der Schnee auf dem Friedhof und die Klänge von „die Rose“.
Da lauschte ich dem Text und dachte mir, wie dieser doch passt. War das nicht paradox?

„Wenn Du denkst, Du bist verlassen
Und kein Weg führt aus der Nacht
Fängst Du an, die Welt zu hassen
Die nur and’re glücklich macht“

Mein Vater löste sich von mir… er ging zur Kondulenz an das Grab und ich stand da… ich sah nichts mehr richtig… nur noch schemenhaft.. und dann wurde ich sachte geschupst und meine Mutter nahm mich mit sich an die Hand und ging mit mir ans Grab… Meine zerquetschten Rosen warf ich hinein… und träufelte Weihwasser hinterher… Erde gleitete aus meiner Hand, rieselte nieder…
Und dann war es wirklich vorbei und mich zerrieß es… ich schaute auf den Schnee und blickte nicht hoch… ich wollte nicht hochblicken… wollte die Menschen um das Grab herum nicht sehen…wollte die Welt nicht sehen… wollte gar nicht da sein… und wollte auch nicht gesehen werden… deshalb hielt ich meinen Arm vor mein Gesicht und weinte in meinen Mantelärmel…mein Bruder und meine Mutter zogen mich weg aus der Sicht und setzten mich auf eine Bank…
Er selbst hat es nicht ausgehalten nach der Kondulenz und musste aus dem Friedhof raus… ich hörte seine Schritte auf dem Schnee, wie er raus rannte, zu dem nächsten Ausgang… weil er es auch spürte, und genauso wenig aushielt wie ich… dieses fremde Gefühl und dieses Gefühl in der Fremde zu sein.
Ich war Stein… ich konnte nicht hinter her… Ich war ja Fremd hier.

Menschen kamen an die Bank…. schüttelten meine Hand… drückten mich… stellten sich vor… als die Gesellen aus dem Männerchor von meinem Opi… als seine Meisterkollegen aus der Handwerkskammer… und so weiter… von Wildfremden wurde meine Wange gestreichelt… und trotzdem: ich fühlte mich fremd und einsam… ich sah mich um… blickte auf… der Friedhof sah in dem Schnee wunderschön aus… und jetzt, kamen Sonnenstrahlen heraus… und der Schnee glitzerte und die Blumenkränze fingen an zu strahlen…
Das Kreuz für meinen Opi war aufgestellt.
Der Friedhof leerte sich…

Meine Schwester und ihr Freund kamen zu mir… setzten sich auf die Bank neben mich.

Schwesterchen: „Warten wir noch ein bisschen, bis wir ins Stübchen gehen zum Essen?“
Ich nickte stumm.
Wir saßen einfach zu dritt da und schwiegen.

Eine Weile später kam mein Bruder… und sagte, sein Herz fühlt sich an, als würde darin Schnee liegen, so wie hier auf dem Friedhof.
Wir umarmten uns alle und gingen…

„…Dann vergiss nicht, an dem Zweig dort
Der im Schnee fast erfror
Blüht im Frühjahr eine Rose
So stark wie nie zuvor.“

sangen wir… zu viert… und ich muß sagen, es hörte sich auch nicht schlecht an. Unsere vier Stimmen harmonierten… und wir gingen in einer Viererkette Hand in Hand der Sonne entgegen zu dem „Stübchen“ das nur wenige Gehminuten vom Friedhof weg war und begannen die Rose wieder vorne… wir brauchten keinen Liedtext… Opi hat es oft genug uns vorgesungen.
Und in der Sonne flirrte Schneestaub in der Luft und glitzerte ganz schillernd… und ich drückte die Hand von meinem Bruder und flüsterte ihm ins Ohr, während er mit den Anderen weiter sang: „Schau mal.. Feenstaub..“ und mein Bruder drückte meine Hand zurück.

 

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Life Impression: Der Friedhof unserer Stadt

Video: Die Rose

Liebe ist wie wildes Wasser
Das sich durch Felsen drängt
Liebe ist so wie ein Messer
Das Dir im Herzen brennt
Sie ist süß, und sie ist bitter
Ein Sturmwind und ein Hauch
Für mich ist sie eine Rose
Für Dich ein Dornenstrauch

Wer nie weint und niemals trauert
Der weiß auch nichts vom Glück
Wer das sucht, was ewig dauert
Findet es im Augenblick
Wer nur nimmt, kann auch nicht geben
Und wer sein Leben lang
Immer Angst hat vor dem Sterben
Fängt nie zu Leben an

Wenn Du denkst, Du bist verlassen
Und kein Weg führt aus der Nacht
Fängst Du an, die Welt zu hassen
Die nur and’re glücklich macht
Dann vergiss nicht, an dem Zweig dort
Der im Schnee fast erfror
Blüht im Frühjahr eine Rose
So stark wie nie zuvor

Abschied nehmen

Trauer3

Ich war die Tage zuvor von Dienstag ab verreist.
Ich bin noch zu Opi ans Bett, als ich zurück war und habe Meldung gemacht, dass ich wieder da sei. Und musste nochmal erzählen, wo ich überall war.

Er sagte dann zu meinem Papa, der noch bei ihm blieb:
„Jetzt sind ja alle da… Jetzt kann ich ja schlafen…“

Weil eine Erkältung im Ausbruch  bei mir war, bin ich dann hoch in meine Wohnung, um in Bälde zu Bett zu gehen.

Gestern um ca. 21:30 Uhr ist mein Opi mit 96 Jahren  friedlich eingeschlafen. Hat einfach die Augen zu gemacht und aufgehört zu atmen.

Heute um 17:00 Uhr wurde er vom Bestattungsinstitut abgeholt.

Ich bin im Abschied…

Ganz Anders als noch vor zwei Jahren!

Ich muß mir mal wieder ein bisschen Mut zu sprechen.
Ich bin gerade im Büro in einer verfahrenen Situation und ich weiß nicht, ob ich manipuliert werde oder nicht.
Daran möchte ich aber gar nicht denken. Ich glaube erst mal immer an das Gute im Menschen.
Und die Luft roch heute auf der Arbeit anders. Oder waren es nur meine Befindlichkeiten? Keine Ahnung.
Auf jedem Fall war ich heute schon einmal beinahe den Tränen nahe und beim Nach-Hause-Fahren im Auto hatte ich fast sogar den Glauben an meine eigenen Fähigkeiten verloren und dachte ich komme nicht mehr weiter.

Jetzt, nachdem ich so ein bisschen mich abgelenkt habe mit Euren Blogs, bin ich schon wieder etwas relaxter.
Mein Kosmos bestand heute nämlich nur aus diesem besagten schlecht-Luft-machen-und-schwieriger-Kunde-Situation. Hier an dieser Stelle nochmals ein herzliches DANKESCHÖN an all Euch fabelhaften Blogger da draußen!
Ihr seid meine Bildzeitung… ihr zeigt mir, dass das Leben auch andere Sichtweisen hat, vorallem, wenn ich so festhänge, wie ich es zuvor tat… Aber ich schweife ab 😉

Nun ja, das sind die Herausforderungen meines beruflichen Alltags.
Aber… ich muß das auch Positiv sehen.

Erstens mal lerne ich in solchen Situation viel. Selbst wenn vieles Negativ ist, aber das Positive an allem Negativen ist auch immer eben die lehrreiche Erfahrung, die ich dann mitnehme.
Zweitens könnte, wenn ich das jetzt geschickt einfädele sogar noch mehr dabei herausspringen als ursprünglich gedacht und geplant.
Drittens hat mich ein Kollege, von dem ich fast annahm, dass er mich eigentlich nicht leiden kann, heute wirklich super unterstützt! Das fand ich soooo toll!Und Viertens ist es wieder eine Chance über mich hinauszuwachsen. Diese Chancen finde ich, sollte ich auch ergreifen.

Und hiermit: TSCHAKA! Ich schaffe das! Lady K rocks it like a beast... 

However… jetzt zu erst mal zu der schönsten Nebensache der Welt: Der LIEBE und das FLIRTEN (das andere mit 3 Buchstaben kann ich nicht nennen – gab es heute leider nicht *fiesgrins*)
Ich habe am Samstag ein Date. Ich nenne ihn der Einfachheithalber Potential Nr. 4.
[Ja, ich weiß… eigentlich hätte ich schon viel früher mit der Einfachheit anfangen sollen, anstatt solche Spitznamen wie Vampirauge oder Schnuckelchen zu vergeben. Ich habe mich ja seit Oktober letzten Jahres nun schon mit 13 Männern getroffen. Aber erst bei High-Potential-Nr. 3 fing die Nummerierung an.]
Und ich habe heute die Telefonnummer von einem Typen abgestaubt. Einfach so. Im Parkhaus von der Firma. Das heißt, wenn ich es mir gerade so recht überlege, dann kann ich ja gaaaaar nicht so verzweifelt heute wegen der verfahrenen Situation im Büro gewesen sein, sonst hätte ich das ja schlecht hingekriegt.
Eine andere Erklärung wäre natürlich nach wie vor, dass ich schon ein bisschen ein Adrenalinjunkie bin und ich auch spannende Augenblicke geradezu suche. Und dieser Augenblick war wirklich mehr als spannend.
Dieser prickelnde Augenblick, wenn ich ihn sehe und mir denke: „Hey… Du könntest mir gefallen!“
Daraufhin gucke ich natürlich erst mal wieder woanders hin, um aber in der nächsten Millisekunde schon wieder hinzuschauen, um noch mehr Details einzufangen. Und da bin ich dann nicht anders, als es so manchen Männer nachgesagt wird. Ich schaue auf den Arsch! 🙂
Und – oh ja…. der war knackig und wohl geformt… 🙂 Hier huschte ein leicht versautes Lächeln über mein Lippen…
Und dann der Moment in dem ich beschließe, dass ich mich traue… dass ich ganz offen ihn anschaue, vielleicht sogar ein bisschen fixiere, denn er muss ja merken, dass ich Blickkontakt aufbaue.
Er bemerkte es…. und unterbrach sein Gespräch mit einem anderen Mann.
Und schaute rüber…. Ich lächelte ihn offen an… er lächelte zurück.
Weil er aber im Gespräch mit Jemanden war, und wir nun mal ein Bürokomplex sind, so dass davon auszugehen ist, dass das Gespräch geschäftlicher Natur ist, bin ich natürlich nicht hineingeplatzt, um ihn anzusprechen.
Aber da ich ja ganz oft ein Glückskind bin – und so hier auch wieder – verabschiedete sich der Gesprächspartner und stieg in sein Auto. Das war mein Signal. Ich ging zu ihm und plauderte ein bisschen. Zwar oberflächlich alà „Hey, ich habe Dich noch nie in der Kantine oder im Kiosk gesehen… bist Du neu hier? Bzw. Arbeitest Du überhaupt hier?“
Aber es war effektiv. Wir unterhielten uns. Und dann fragte ich ihm einfach, ob er mal Lust hätte sich mit mir auf ein Date zu treffen und ob ich seine Telefonnummer bekomme. Er gab sie mir und ich versprach mich zu melden. Mein Herz pochte die ganze Zeit so laut, dass es mich wundert, dass er es nicht hörte!

Auf meinem Weg

Mir war egal, dass er im Gegenzug meine Nummer nicht erfragte. Ich hätte sie ihm eh nicht gegeben. Ich gebe auch den Jungs aus dem Portal meine Nummer erst, wenn ich einmal mit unterdrückter Rufnummer ein Gespräch hatte und mal vorgefühlt habe.
Aber ich lief dann weg… ging in den Eingang hinein und sobald ich um die Ecke war, tanzte ich einen kleinen Convidence-Dance und war mal wieder so stolz auf mich – wie nochmal was – dass ich mich um solche Dinge auch selber kümmere und mich somit hier unabhängig mache darauf zu warten, dass die Herren der Schöpfung mal in die Pötte kommen.
Von dem her gibt es vielleicht auch noch bald ein Date mit Potential Nr. 5 😉
Und das ist auch alles ganz anders, als noch vor 2 oder 3 Jahren. Egal ob beruflich oder auch mit meinen Flirts… und ich habe das Gefühl es ist gut so… 🙂

Projekt – wieder zu mir finden – abgeschlossen

Meine Lieben,

dieses Wochenende war wirklich alles nötig, was ich in meinem Notfallkoffer habe, um mich wieder zu entspannen, wieder zu mir zu finden und um  wieder gut zu mir zu sein.

Angefangen von meiner selbstgemachten Bolognese, über stundenlange Badewannen-Entspannungs-orgien bis hin zu einem Hörbuch.

Das was die letzten Wochen alles so war, hat mich nämlich den letzten Nerv gekostet und ich saß schon dem Tränenausbruch nahe bei der Anderen und hatte eine intensive Sitzung wie schon lange nicht mehr.

So viel schon mal: Das es mit Ex-High-Potential Nr. 3 nichts wurde könnt ihr Euch denken. Denn wäre mein Single-Dasein beendet gewesen, und ich wäre auf rosa Wolken geschwebt, dann hätte ich mich bestimmt mal eingeloggt um ein kurzes Statement abzugeben, ähnlich wie „Ich bin nicht mehr Single! Ich habe wieder Sex!“ oder so etwas in der Art.
Aber nein, es gab keinen Anlass dazu und am vergangen Montag habe ich die Chance darauf gänzlich abgetan, in dem ich Ex-High-Potential Nr. 3 das zweite mal in den Wind geschossen habe!
Es wurde zu einem Alptraum.
Aber ich habe es wirklich, wirklich, wirklich, wirklich versucht.
Also da kann mir echt keiner einen Vorwurf machen…. aber es hat alles nichts genutzt. Es fühlte sich mit ihm so an, wie wenn ich einen Schal um den Hals trage, der zunehmend immer enger wurde und sich immer mehr zuzog. Bevor es mir die Luft ganzlich abschnürte, MUSSTE ich mich einfach dem entledigen.
Ja… der selbstbewusste, wortgewandte, humorvolle Mann, der zuvor noch mit beiden Beinen im Leben stand, verwandelte sich nämlich mit seinem absoluten Verliebtsein in ein……
…. unselbstständiges, sich über-alles-verbiegende, geräuschmachende Welpenbaby, der sein Universum nach mir ausrichtet und furchtbar klammert (hierzu hatte er die abstrusesten Einfälle und gelegentlich sein Hirn in seinem Hormonrausch verloren).
Ich habe, glaube ich, sogar ein Trauma aus der Sache mitgenommen: Der nächste Kerl, der sich von seinen 1,90 zu meinen 1,59 im Stehen herunterbückt, seinen Kopf an meine Brust schmiegt, mich von unten mit Welpenaugen anschaut und dabei mit hoher Stimme „Hmmmmmmmhmmmmm“ quietscht, wird von mir wahrscheinlich kastriert!
Zu meiner Verteidigung: Beim ersten Date, beim Kochen, habe ich noch nichts gemerkt. Was aber auch nicht verwunderlich ist, da er da einfach noch nicht richtig verliebt war – und somit noch „normal“ war.
Wenige Tage später, als wir uns wieder sahen, begann es so langsam.
Ich schob das was ich da spürte weg. Ich gab sogar mir die Schuld und ermahnte mich, dass ich jetzt bloß nicht anfangen sollte das Haar in der Suppe zu suche. Er war doch soooooooooo nett.
Ja…. äh… Räusper… hätte ich doch nur….
Ich spürte schon so einen Anflug.
Aber das was auf mich zu kam, war wirklich erschreckend.

Beim dritten Treffen war es klar: er war total in mich verschossen, ließ keinen Zweifel an seinen Gefühlen, wollte mich mit Haut-und-Haaren und vollzog seine Charakterwandlung. In den verliebte, unmännlichen, geräusche-quiekenden Sonst-was.
Total unsexy! Hilfe! Ich will einen Kerl an meiner Seite! Einfach einen Mann.
Das Universum kam mir zu Hilfe, so dass ich dann auch erst mal fünf Tage meine Periode hatte.
Währenddessen und dannach ging er mir mit seinem schwankenden Charakter, mit seinem Klammergriff gewaltig auf den Sender. Auch wenn er nicht phyisch anwesend war spürte ich seinen Zugriff, durch ständiges Anrufen, ständige Kontrollfragen und ständiges Kundtun, dass er sofort, nachdem ich Feierabend habe mich sehen will, etc. War er tatsächlich da, konnte ich mich nicht mehr frei bewegen. Er wollte wohl, dass unsere Körper sich in perfekter Symbiose befanden. Ich musste sogar darum bitten, eine Hand zu bekommen, wenn ich z.B. uns morgens Kaffee machen wollte und eben eine Hand benötigte um das Kaffeepulver in den Filter der Maschine zu füllen. Wenn ich mit diesem Mann zusammen sein wollte, musste ich wohl mein eigenes-Ich und meine Selbstständigkeit abgeben.
Ich sprach sogar dann mit ihm, dass mir das viel zu eng ist, dass ich Freiheitsliebend bin, dass ich während der Arbeit keine Anrufe möchte, dass er mich so eher wegtreibt, als zu sich hin. Daraufhin kam dieses (auch total unsexy und das machte er ständig!): „Ich tu alles was Du willst!“
Letztendlich gipfelte alles, als ich eine enorm stressige und belastende Situation in meinem Job hatte. Nicht mehr schlafen konnte. Bis ich diesen verdammten Termin hinter mich hatte. Er wusste das !!! Er wusste auch, dass ich von dem Termin erst mitten in der Nacht heim kam und am nächsten Tag aber wieder pünktlich im Büro sein musste, weil ich einen Kunden empfang. Er wusste, dass es nur wenige Stunde Schlaf (3,5 h um genau zu sein) geben würde und dass ich davor schon völlig am Rad gedreht bin! Ich habe sogar zu ihm gesagt, dass er an dem Tag nach dem Termin nicht viel von mir erwarten braucht, dass ich vorhersehen konnte, dass ich tot sein werde! Auf gut deutsch: „Geh mir bloß nicht auf den Sack!!!“
Was macht er? Stalkt mich am dem Tag nach dem Termin mit sms, mit anrufen (die ich nicht beantwortete, weil ich mit meinem Kunden beschäftigt war) und mit Kontrollanrufen im halben Stunden-Takt auf meinem Festnetz zum herausbekommen, wann ich denn heimkomme.
Das war letztes Wochenende. Das war am Freitagabend. Da schrie ich ihn das erste Mal in voller Verzweiflung an… wahrscheinlich tat der Schlafmangel der letzten Tage auch sein Nötigstes noch dazu und ich besaß nicht das dickste Fell… aber ich war wirklich verzweifelt! Den Tränen und dem Ausflippen nahe. Ich wollte nur meine Ruhe!
Und selbst das anschreien half nichts. Seine Reaktion – unterwürfig… kommt nicht mehr vor… blablabla… ich tu alles was Du willst… sieht ganz anders aus, als es ist, was hier abläuft… bla bla bla… Ich darauf hin: „Dann lass mich in Ruhe!!!“

Am Samstag, traf ich mich mit ihm in der City und setzte mich mit ihm in ein ruhiges Café. Und machte Schluß, bevor es anfing. Wir gingen erst seit 2 Wochen miteinander aus. Aber für ihn war es schon klar, dass es eine Beziehung war. Für mich ganz und gar nicht. Für mich war es ein Gefängnis und die Aufgabe des Eigenständigen. Und es war zu viel Verantwortung für mich, denn ihm ist in den zwei Wochen auch etwas schlimmes Privates passiert. Als ich ihn (nachdem er mich mit „Hilf-mir“ zu sich beordert hatte) fragte, ob er jemand hatte, mit dem er sprechen konnte – einen Freund, Famile etc. – meinte er nämlich: „Nein, Du bist die Erste die mir einfiel und die Einzige, die es weiß und die Einzige auf die ich mich hier stützten kann.“ Das war nach noch nicht mal zwei Wochen zuviel. Ich wollte nicht der Fokus für ihn sein!
Ich beschloß, dass ich für sein privates Dilemma nichts kann und nicht schuld bin, und dass ich mich schleunigst aus diesem Korsett befreie! Deshalb habe es an diesem Samstag mit klaren Worten beendet.
Als wir fertig geredet haben und er nicht gehen wollte, formulierte ich dies sogar: „Ich muss jetzt noch Erledigungen machen, Du kannst nach Hause gehen.“
Sprach es und setzte mich in Bewegung. Und was macht Ex-High-Potential Nr. 3? Er lief mir hinterher. Ganze zwei Stunden. Er lief mit mir durch die Drogerie, durch den Supermarkt, durch den Buchladen… als ich meine Dinge in der Stadt erledigt hatte, sagte ich ganz hart zu ihm (ich war gezwungen dazu): „Ich gehe jetzt nach Hause! Und Du gehst nicht mit! Und wehe Du läufst mir hinterher!“
Das tat er zum Glück nicht.
Ich war so verkrampft von diesem ganzen gestalke, dass ich total fertig daheim ankam! Das schlaucht unglaublich, wenn man jemanden, den man nicht da haben möchte, nicht mehr los bekommt.

Ich dachte ich hätte es hinter mir, konnte mich aber noch nicht voll und ganz entspannen. Denn ich ahnte schon, dass da noch was kommt.
Und so war es auch. Am Montag dieser Woche, musste ich nochmal „Schluß“ machen. Und dieses mal mit der vollen Härte. Denn er bettelte dannach. Er gab keine Ruhe, wollte wissen, warum wieso und weshalb. Irgendwann war meine Geduld erschöpft und ich schmetterte ihm alles entgegen:

Dass ich keine Mutterrolle übernehme…. dass wenn ich ein Haustier möchte, ich mir eines zulege und nicht mir einen Mann suche…. dass er gar kein richtiger Mann mehr auf einmal war…. dass er kein Rückgrat hat und nicht zu seinen Handlung steht, sondern sogar Dinge tut, und wenn er merkt, diese kommen nicht gut an, diese refidiert und als „sieht ganz anders aus, als es war“ hinstellen will und dass dies unglaublich unsexy ist….. dass er mir nach dem Mund redet, was auch total unsexy ist…. dass er sich wie ein kleines Kind verhalten kann…. dass ich dieses Geräusch zu hassen gelernt habe…. dass ich ihn nach der ersten Nacht, in welcher er bei mir war nicht riechen konnte und seinen Geruch aus meinem Schlafzimmer bekommen musste…. und und und und…. dass ich selbst, wenn er etwas wirklich Nettes tun würde, ich es hassen würde, nur weil es von ihm kommt und er mich in diesen zwei Wochen so auf die Palme gebracht hat…. und dass er mir die Luft zum atmen raubte.

Seit dem war ich zumindest diesbezüglich etwas beruhigter… und um auch noch den ganzen Arbeitsstress loszuwerden und wirklich wieder von diesem komischen-herumhüpfenden-verkrampften-unentspannten Wesen zu dem ich geworden bin, ganz Abschied zu nehmen – gab es dieses Wochenende meinen ganz Notfallkoffer an Seelenstreichlern. Und es war Wunderbar!

In diesem Sinne… einen guten Start in die neue Woche… die ich das erste mal, nach einem Wochenende voller balastbefreiender Rituale wieder entspannt angehe – Eure Lady K.

Seelen-Chaos

Seit gestern bin ich ein bisschen im mentalen Chaos.

Ich weiß nicht warum oder woher das kam.

Aber es ist schon seit Sonntag so Einiges in meiner kleinen Seelen durcheinander.
Am Sontag war nämlich zum ersten Mal wieder so ein Tag, an welchem ich mich gefühlt habe, als hätte ich unglaublich gerne jemand bei mir. Ich habe dann überlegt eine Freundin anzurufen und habe festgestellt, dass eine Freundin nicht der Kompanion wäre, nach dem es mich sehnen lässt.

Ich habe mich tatsächlich nach jemand gesehnt, der da ist und dem ich mich sehr verbunden fühlen kann. Jemanden zum Kuscheln, Jemanden um Nähe auszutauschen. Ja… so ist das halt manchmal mit mir als Single-Lady. Wobei dieses Gefühl jetzt ehrlich gesagt schon lange nicht mehr da war. Umso überraschter war ich, es zu bemerken und dieses Gefühl dann da sein zu lassen.
Ich habe am Sonntag dann einige Dinge getan.
Aber eigentlich waren diese lediglich zur Ablenkung da.
Damit ein Teil von mir eben beschäftigt ist.
Aber mein Herz und meine Seele waren trotzdem etwas Traurig und auch ein bisschen Leer vor Freudlosigkeit.

Ich habe dann auch am Sonntagnacht ganz seltsam und schlecht geschlafen.
Am Montag auf Dienstagnacht geschah dann nochmals etwas Seltsames.
Ich bin um ein Uhr aufgewacht und war hellwach. Ich war dann über 1,5 Stunden wach. Ich musste sogar unbedingt etwas Essen. Ich kann nicht mal mehr genau sagen, ob es wirklich Hunger war, oder ob ich nur aß um eine Leere zu füllen. Dementsprechend K.O. war ich natürlich am Dienstag tagsüber.
Und dann musste ich auch noch am Dienstagabend mit Kunden Essen gehen, die gerade bei uns für Schulungen sind.
Obwohl ich dann von Dienstag auf Mittwoch tief geschlafen habe, und auch auf meine vollen acht Stunden kam, war es am Mittwoch dann so weit, dass es mir wirklich nicht gut ging. Es fühlte sich so an, als wäre ich überfordert.
Ausgelaugt und erschöpft fühlte ich mich morgens. So, dass ich wirklich Ressourcen aufwenden musste, um mich fertig zu machen und ins Geschäft zu fahren. Ich war zu spät.
Ich fühlte mich körperlich und mental überhaupt nicht gut.
Ich konnte dieses Gefühl der „Überforderung“ aber nicht aktzeptieren, da mir schlicht weg schleierhaft war, wovon ich denn überfordert sein sollte. Ich habe nichts anderes gemacht, als sonst auch. Es war nicht mehr schlimm, als sonst! Also, was soll das bitte!
Und auch mein Körper reagierte darauf. Ich hatte Rückenschmerzen, einen gereizten Hals und eine ganz leichte Schnupfennase.
Und ich muss auch wirklich dementsprechend ausgesehen haben, denn nachmittags schickte Chef mich heim. Ich sollte nämlich wieder mit den Schulungsteilnehmern zum Essen. Aber Chef meinte, so wie ich aussehen würde, gehöre ich in eine Wolldecke gepackt und nicht an den Biertisch.
Und ich musste versprechen, dass ich heute zu Hause bleibe.
Also, ich muß wirklich bescheiden ausgesehen haben.

Gestern abend hat dann noch FS-Mädel angerufen, weil sie sich über einen Typen aufregen musste. Und als ich ihr sagte, dass es mir nicht so gut geht, hat sie gemeint: „Na dann komm, auf… setzte Dich ins Auto und komm zu mir.“ Zehn Minuten später stand ich mit meiner bequemo-zu-Hause-Hose bei Ihr vor Tür, um mich noch ein wenig später auf Ihrem Sofa wieder zu finden.
Wir haben geredet und Tee getrunken.
Tee – der Seelenwärmer.
Und Trauben gegessen.
Ich habe FS-Mädel dann auch erzählt, dass mir die letzten Tage hin und wieder echt zum heulen zu Mute war, dass ich aber nicht weinen kann.
Keine einzige Träne verlässt meine Äuglein.
Ich wunderte mich, dass ich nicht weinen kann und da nur um das Herz herum dieses übermächtige Gefühl ist. Ich warf die Frage in den Raum, ob ich es wohl verlernt habe zu weinen. Versiegte Tränen?
FS-Mädel hat dann mit mir ein Spiel gemacht. Sie meinte, dass es wohl seit geraumer Zeit „ein Thema“ bei mir gäbe, dass ich annehmen sollte und dass ich aber zuallererst herausfinden müsste.
Bei dem Spiel schaut man sich sehr viele Postkartenbilder an. Jede Postkarte, bei der das Allererste ein positives Gefühl ist, wird auf einen seperaten Stapel gelegt.
Den Positiv-Stapel geht man dann so lange durch (Bild anschauen, erster Impuls positiv oder nicht?) bis man nur noch 1 oder 2 Bilder übrig hat.
FS-Mädel (, nicht ich selbst, die die Bilder übrig gelassen hat,) sagt dann nur possitive Assoziationen zu dem Bild. Diese Liste bin dann wieder ich durchgegangen und habe die Worte gestrichen, die für mich überhaupt nicht zu dem Bild passen.
Übrig bleiben dann wenige Worte.
Aus diesen formuliert man einen Satz, egal wie lang er sein mag.
Dann diskutiert man diesen Satz… Was kann er bedeuten, was ist in dem Satz nicht so wichtig. Und dadurch kommt man wirklich in eine Diskussion, womit man im Inneren immer kämpft.
Bei mir kam der Satz am Schluß heraus: „Ich trage meine Mode mit Spaß und Freude, und bekomme Schwung in feuerroten Schuhen.“
Nein, es geht hier nicht um Mode im eigentlichen Sinne. Es geht darum, mein Ding zu machen. Meine Emotionen zu leben, zu zulassen und diese auch zu aktzeptieren. Mich zu bleiben! Zu mir zu stehen – IMMER!
Mich nicht von außen verbiegen zu lassen. Und mit mir, so wie ich bin (eben mit meiner Charakter-Mode) mit Spaß und Freude durchs Leben zu gehen – und den Schwung dieser Freude mit zu nehmen… auch wenn es nicht immer das Schema F ist und vielleicht auch manchmal etwas Ungewöhnlich ist oder für mich neu ist (dafür stehen die feuerroten Schuhe – für das nicht ganz Alltägliche).

Und das hier unten ist mein Motiviationsbild, das aus einem Stapel von sehr vielen Bildern übrig blieb.

Lady's Motivationsbild
Lady’s Motivationsbild