Schlagwort: Tanzen

Das waren Zeiten!

 

Heute morgen fuhr ich wie immer, immer noch total verschlafen zur Arbeit. Das Radio lief so nebenher und leierte mich voll. Ich schenkte ihm kaum Aufmerksamkeit. Und auf einmal spielten Sie tatsächlich diesen Song aus den Neunzingern!
Sofort wurden Erinnerungen wach:
Ich war verdammt süß und jung (waren wir alle einmal 😉  ). Und es war das Landesturnfest. Meine Vereinskollegen und ich machten uns auf in eine 700 km entfernte Großstadt. Das war bestimmt eine Herausforderung für die Begleitpersonen, unsere zwei Trainer, so eine Reise mit lauter Halbwüchsigen, deren Hormone gerade angesprungen waren. Ich sprang das große Trampolin. Und wir nahmen auch an den großen Meisterschaften teil.
Und als die Wettkampftage vorbei waren, haben wir dann vor den Kürtagen unsere Trainer vollgenöllt, dass wir auch mal was richtig erleben wollen, und sie sind dann tatsächlich in der großen, neuen, fremden Stadt mit uns weggegangen! (Quietsch!) In einen echten Nacht-Club! Nicht so eine Kleinstadt-Discothek, wie wir sie vom hören-sagen her kannten!(Quietsch!) Wieso denn die vielen (Quietsch!)? Na ganz einfach, ich war noch so jung, meine Eltern hätten mir nie im Leben erlaubt eine Discothek oder einen Club zu gehen. Niiiiiiiiiiiieeeeeeemals!
Und unsere Trainer gingen mit uns als Belohnung für die Wettkampf-Bestreitung da hin!
Schon das ausklügeln des Plans, wie wir uns „reinschmuggeln“ war total aufregend.

Und dann: Paaaaaartyyyy!

Und die erste Club-Luft, die ich geschnuppert habe.
Man wir haben es so richtig krachen lassen. (Nochmal: Quietsch!) Es war das erste Mal, dass ich mir die Seele aus dem Leib tanzte, als gäbe es kein Morgen.
Aber ohne Alkohol. Wir waren sowieso noch so jung und unschuldig und in so einem Alter, da schmeckte Alkohol noch gar nicht. Für unseren Rausch reichte einfach nur pure Cola, die Club-Luft und unser vom Tanzen-aufgeputscher Kreislauf.

Um eins war dann Schluß, da waren auch unsere Trainer dann eisern. Da half nichts.
Und außerdem war am nächsten Tag ein „Schauspringen“, also der Kürtag. Den sprangen wir irgendwie ein bisschen vernebelt. Und somit hatte ich dann auch meine erste Hangover-Party-Erfahrung. Springend… immer hoch in die Lüfte… auf dem großen Trampolin.

War schon eine geile Zeit!

Ich habe diese heute nochmals hochleben lassen, in dem ich dann heute morgen das Radio auf volle Pulle gedreht habe und mit gegrölt habe, dass es mich nicht wundern würde, wenn nebenher die Hölle eingefroren wäre. 🙂

Ausnahmezustand… und wieder zurück auf normal

Ich habe seit Freitag fünf Tage Ausnahmezustand begonnen.
Zuerst einmal war am Freitag das Sommerfest bei uns in der Firma. Es war ganz nett. Nur ganz nett, weil ich einfach so derbe matschig und am A*s*h war, dass es sich gewaschen hatte.
Es ist auch das erste Sommerfest in der Firma, nach welchem ich noch selbst heimfahren konnte und um eins in meinem eigenen Bett lag, anstatt bei Sibli um halb drei, kichernd und beömmelt auf der Terrasse zu enden und mit Sibli gemeinsam in ihrem Regal nach weiteren Wein zu suchen. Schon alleine deshalb verdient der vergangene Freitagabend und das Sommerfest unserer Firma das Prädikat  A.U.S.N.A.H.M.E.
Zudem finde ich es als absoluten Liebesbeweis zu meiner Firma, dass ich an diesem Freitag überhaupt an dem Sommerfest teilgenommen habe. Nun gut, okay, el-Chéfé hat bereits im Februar diesen Termin als Pflichtevent angesagt. Aaaaaaber am Freitag startet auch immer mein heiß geliebtes Bürgerfest, oder Stadtfest, eben der Ausnahmezustand meiner Stand. Am Freitag ist immer das Antrommeln der Trommelcorps auf dem mittelalterlichen Marktplatz und die Insignienübergabe des Oberbürgermeisters an die Corps. Eigentlich ein absoluter Pflichttermin! Und zwar SUPER-ABSOLUT. Nun gut, nächstes Jahr. Aber ganz bestimmt.
Dafür dass ich am Freitag gefehlt habe, hatte ich bis einschließlich gestern frei. Und habe den Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag mit vollen Zügen mitgenommen. Hauptnahrungsmittel: Maß oder Radler-Maß (,wenn ich schwächelte). Außer am Samstag, da ist auch immer das Bürgertreffen und dort gibt es unzählige Weinstände… schon klar, also, was hier hauptsächlich verzehrt wurde ;-)Und getanzt habe ich wieder, ich sag’s Euch: bis die Ballarinas qualmten. Die ganz Stadt war über diese Tage auch blau-weiß angezogen, in unseren Stadtfarben. Ich finde das total schön.
Auch ich wandelte ausschließlich in Blau-Weiß, vom Haargummi, über die Kleidung, zu den Schuhen, bis hin zu meinen Nägeln. Bis Dienstag-Nacht eben. Und geflirtet habe ich!
HA HA HA, ich bin noch super in Form sag ich Euch!  Und Küsse hab ich verteilt. Es gibt nämlich während dem Fest diesen Brauch. Man fragt nach dem… hm -ich kann jetzt nicht den wirklichen Namen sagen, sonst ist meine Anonymität dahin, ihr wüsstet in welcher Stadt ich wohne und wie das Fest heißt – also nenne ich es den „Stadt-Fest-Kuss“ oder den „R-Kuss“. Auf jedem Fall wird ein Mädel oder eine Frau dannach gefragt. In einem ganz bestimmten Format muss gefragt werden. Der Anwärter muss auf die Knie und diesen Spruch sagen: „Mei, Du fesche R-Braut! Ich bitte hochachtungsvoll um einen R-Kuss! Du Perle im Schwabenland!“ Ich weiß, ist abgedroschen. Aber ich kann nichts dafür, ich find es trotzdem toll, dass die Männer einmal im Jahr gezwungen sind ein richtiges Brim-Bam-Borium nur wegen eines einzigen Kusses zu machen! Ich kann nichts machen, ich find das sooooo old-fashioned und deshalb so romantisch! Die R-Braut führt natürlich eine Strichliste und jeden Abend wird mit ihren Mädels untereinander ordentlich angegeben. Ja, so eine Stadt im Ausnahmezustand lässt uns wieder zu Teenagern auf dem Schulhof mutieren. Aber, ich fand es cool! Das ganze Paket   😉
Und den Mittwoch, den habe ich glatt und sauber zum Erholen benötigt. Und das war echt nötig. Ich habe mich auf dem Bürgertreffen, den Sonntag mit zahlreichen Bands in der Stadt, den Montag mit Bürger-Frühstück um sieben morgens, Festumzug von 9 bis 12 Uhr mit anschließenden Biergarten-Besuch auf dem Rummel (sehr ausgedehnt) bis am nächsten Morgen um zwei, am Dienstag Adlerschießen (keine Angst, Holzsymbole) und Alten-Schießen, dann wieder Biergarten und durch schlendern auf dem Rummel und Kotz-Schleuder Begutachtung, Feuerwerk und danach tanzen im Bierzelt – mit dem ganzen Programm hab ich mich diese Tage so verausgabt, dass ich echt am Mittwoch mal etwas digastricus da stand… oder lag… oder saß… Ich werde alt     😛
Aber der Ausruhtag gestern hat mich wieder zurück zu normal gebracht.

Heute Morgen musste ich dann früher raus. Weil ich nämlich gleich um halb acht zu der Nachbesprechung von meinen MRT-Befund zum Orthopäden musste. Der hat mir drei Spritzen in die Wirbelsäule, oder hinter die Wirbelsäule oder wo auch immer gesetzt, weil zwei unterschiedliche Nerven bei mir entzündet sind. Diese Fieslinge haben mir auch die Schwierigkeiten beim Laufen verursacht. Und die Schmerzen danach. Der Ortho behauptete es wäre danach viel besser. JA  VON  WEGEN!  GELOGEN!  Ich habe den ganzen Tag während der Arbeit meinen Rücken dreifach, als sonst gespürt. Jeder Wirbel hat geschmerzt. Und da war dieses Brennen und dieses Ausstrahlen. An dem unteren Wirbel, bei welchem er spritzte auf die linke Seite hin, an dem mittleren Wirbel (der schmerzt jetzt immer noch) strahlen und brennen auf die rechte Seite, der obere gespritzte Wirbel strahlte und brannte zu den Schultern. Ey… ich sag’s Euch. Glaubt keinem Arzt, vor allem nicht, wenn er eine Spritze in der Hand hält… außer er versichert Euch, dass ein total geiles Mittel drin ist, das eindeutig unter das Betäubungsmittel fällt. Sonst glaubt ihm nicht!
Nun ja, jetzt bin ich mal gespannt, ob die Beschwerden abklingen, ob ich mich morgen im Bad fertig machen kann, ohne mir schmerzhaft den Bereich über dem Steißbein zu reiben, und ohne dass ich mich zwischendurch hinsetzen muss. Laut Ortho muss ich innerhalb von einer Woche eine drastische Verbesserung verspüren. Und damit das nicht mehr wieder vorkommt, habe ich eine Heilmittelverordnung zu einer weiteren Physio verschrieben bekommen.
Seit drei Monaten mache ich ja bereits eine Physio, wegen meines schiefen Auftretens auf dem linken Bein, dem Abknicken in Sprunggelenk deswegen und dem daraus resultierenden schiefen Ganges. Das hat schon super viel gebracht und meine Therapeutin ist echt klasse. Ich werde die Physio zur Behebung der „Funktionsstörung“ im Rücken auch mit ihr machen.

Die Physio macht mir Spaß. Es gefällt mir, mich um meinen Körper zu kümmern. Und wenn ich die ersten Besserungen in meinem Rücken verspüre, dann darf ich wieder anfangen zu laufen. Aber bei der Veranstaltung, diesem Lauf, auf dem ich letztes Jahr einen Halbmarathon lief, wird es wohl dieses mal lediglich zu einem Viertelmarathon Nordic-Walking reichen. Mein Stolz hat daran ordentlich zu knabbern. Aber es bringt nichts wenn ich in 8 Wochen meine Muskeln und meine Wirbelsäule unter Umständen wieder in den Zustand bringe, in welchen ich sie seit Januar diesen Jahren ertrage. Deshalb lieber mitmachen und nur Walken, und die Nervenentzündung richtig auskurieren.