Schlagwort: Glück

Nur kurz Hallo sagen und mal winken

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Hi,
ich wollte mich einfach mal melden und auch diese Episode meines Lebens in meinem Tagebuch-Kurznotizen hier festhalten.
Am 08.02. haben meine erschrockenen Kollegen den Notarzt mit Sanka gerufen, weil ich urplötzlich eine Lähmung auf der kompletten linken Körperseite hatte. Das allgemeine Krankenhaus wollte mich dann nicht lange behalten und ließ mich am 16. dann in eine Spezialklinik verlegen, was nun seitdem mein Daheim ersetzt.
Es geht langsam aufwärts und mit Glück darf ich vielleicht, wenn ich mich anstrenge, aus der Neurologie dann wieder in mein echtes zu Hause.
Liebe Grüße an Euch und haltet so wie ich auch immer schön den Kopf über Wasser ~ Eure K.
✌🎭🌼🌺🌹⛅🌈🏥🔜🔜🔜🔜💮

Erfüllte zwei Monate

Ich habe zu meinen zuletzt geposteten Monats-Rückblicken nicht so viel dazu geschrieben, denn ich glaube, die Kalendarien sind Selbstredend.
Es waren stressige, aber auch erfüllende zwei Monate. Die mir jede Menge Arbeit brachten, aber auch jede Menge Spaß.
Ich hatte die letzten zwei Monate das Glück, dass die Arbeit mich sehr erfüllt hat.
Ich empfinde das als großes Glück… wer kann das schon sagen, dass die Arbeit Einem ein erfülltes Gefühl oder Leben gibt?
Natürlich wurde mir die letzten Monate auch oft vorgeworfen, ich sei zu sehr auf den Beruf fixiert gewesen, ich sei Karrieregeil, etc. Nun ja, Karriere mache ich dadurch nicht groß, denn ich wechsele ja nicht die Position. Ich wäre zum Beispiel überhaupt nicht dazu geeignet eine Teamleiter-Position oder eine Vorgesetzten-Position einzunehmen. Aber der Erfolg hat mich angetreiben, das Knacken von Rätseln, dieses Gefühl:“Wuaaaahhhhahahaha… ich hab’s raus, genau so geht’s… Wuahahahahaha….“ 🙂  🙂  🙂 🙂

Von dem her würde ich mich nicht „Karrieregeil“ bezeichnen, sondern eher, als jemanden, der den Erfolg zu schätzen weiß, vor allem auch den eignen Erfolg! Und diesen geniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeßt. 🙂

Ich hatte viele perfekte Momente die letzten Monate. Obwohl ein sehr hoher Prozentsatz die Arbeit ausmachte, habe ich immer mit spontan-Besuchen oder Ausgehen meine Freunde untergebracht, auch wenn ich geschäftlich unterwegs war, war ich nie alleine, ich hatte lauter nette Menschen um mich herum. Ich habe unglaublich viel gelacht, und auch in fremden Gefilden sehr viel Hilfsbereitschaft erfahren. Ich habe viele tolle Flecken unserer schönen Welt gesehen und auch das sau-kalte Ostern hat mir nichts ausgemacht, so konnte ich wenigstens mein Ö-Terror-Projekt fertig machen (über alle vier Tage des Osterwochenendes von morgens um acht bis nachts um elf immer, das war schon ein bisschen „Ächz“ und „Stöhn“, aber es hat sich gelohnt und ich konnte mir zur Belohnung fünf Tage Wien anschauen.)

Klar, Hobbies kamen etwas zu kurz die letzten zwei Monaten, aber ich habe das nicht als schlimm empfunden. Denn die Erfolgserlebnisse haben mich angetrieben.
Nun gut, manche Dinge sind schon ein bisschen gruselig… daran merke ich, dass ich ein ganz großes Gewohnheitstier bin. So werde ich von Dirty-Harry unglaublich in den Himmel gelobt. Dazu muss man wissen, dass Dirty-Harry nomalerweise sehr sparsam mit Lob ist. Also, wenn der mal nichts ändern möchte, nichts rummotzt, dann ist das ein Wunder. Aber wenn er dann auch noch was einigermaßen neutrales von sich gibt, so wie „Ist schon o.k. so…“ oder ähnliches, dann gleicht das einem Gefühlsausbruch! So war ich ihn gewohnt. Und als Dirty-Harry dann schon mehrmals endlos nette, lobende Worte gefunden hat, dachte ich er macht Witze und hätte die Ironie und den Sarkasmus nun entdeckt… bis ich checkte: „Hey… krass! Der meint das ernst!“
Da brauche ich noch ein bisschen um mich daran zu gewöhnen, ich bin da immer noch ein bisschen misstrauisch und traue dem Braten nicht ganz.
Ja, klar – ich weiß, dass ich bei den ein oder anderen Dingen außergewöhnlichen Invest gebracht habe und meine Sache wirklich, richtig, super gut gemacht habe…  A B E R … also, da bei Dirty-Harry warte ich lieber noch ein bisschen ab.

Jetzt so langsam finde ich wieder zurück in einen einigermaßen normalen Alltag. Wobei, ich weiß ja nicht was die nächsten Wochen bringen, deshalb möchte ich es nicht verschreien 😉
Jetzt heißt es, wieder mit dem Sport anziehen, vor Allem, da das Wetter ja jetzt endlich mal mit spielt. Und ooooohhhh…. Ich habe in einer Woche Urlaub… noch vier Arbeitstage mit morgen, dann habe ich Urlaub! Wie ich mich darauf freue!
Ich werde aber nicht wegfahren. Ich habe mich bewusst dazu entschieden zu Hause zu bleiben, denn ich war so viel unterwegs die letzte Zeit, und mein Freunde habe ich nur noch hineingepresst bekommen, in dem ich ganze Wochenabschnitte erst um halb zwölf  des Nächtens heimkam. Also, eigentlich war ich nur zum Schlafen daheim, zu sonst nix. Und mir stellen sich die Nackenhaare auf ganz unangenehme Art und Weise, wenn ich mir jetzt vorstelle, dass ich nur um wo anders zu sein, schon wieder einen Tag oder 6 Stunden unterwegs wäre. Egal, ob mit dem Flieger oder mit dem Auto, aber sind wir mal ehrlich, ein Tag ist futsch. Und deshalb bleibe ich einfach zu Hause und spiele Tourist in meiner eigenen Region, die übrigens bombastisch ist.

Warum ich trotzdem froh bin…

Ich bin trotz meiner Trauer froh. Wirklich froh. Und doch dürfte ich es niemals laut aussprechen. Ächten würden sie mich. Wahrscheinlich für mehrere Monate schneiden, vielleicht würden sie mich zu Weihnachten ignorieren. Denn das sind die Bestrafungen, die man in unserer Familie erfährt, wenn man sich gegen das Verhält „was sich gehört“.
Aber ich schäme mich nicht, dass ich dennoch froh bin.

Ich bin froh für Opi.
Er hatte genau den Tod, den er wollte.
Er wollte nie weg, nie ins Krankenhaus gebracht werden, nie ins Altersheim.
Vor 2 Wochen war er so schwach, schon mehrere Tage. Er stand nicht mehr auf. Er aß und trank nicht mehr selbst, weil seine Arme die Kraft nicht mehr hatten sich ein Glas zu nehmen. Wir flößten ihn Apfelschorle mit dem kleinen Löffel ein.  Als sein Bein dick wurde, haben wir gegen seinen Willen den Hausarzt kommen lassen. Dieser sagte, er müsse ins Krankenhaus und sich gründlich untersuchen lassen, er vermute Thrombose.
Wir ließen ihn dann noch die Nacht in seinem Bett und beratschlagten uns. Und beschlossen, dass wir ihn am nächsten Morgen ins Krankenhaus einliefern lassen.
Meine Tante ist mit gefahren. Sie meinte, er hätte solche Angst gehabt, das hätte man ihm im Krankenwagen genau angemerkt. Im Krankenhaus haben die Ärzte ihn gründlich untersucht und er durfte noch am selben Nachmittag wieder nach Hause.
Meine Tante hat erzählt, dass er den ganzen Weg im Krankenwagen, der ihn nach Hause fuhr, immer wieder fragte: „Und wohin fahren wir jetzt?“
Und meine Tante immer sagte: „Heim…“
Opi: „Ja, wo heim… zu Dir heim?“
Meine Tante: „Nein, zu Dir nach Hause.“
Opi: „Du verarschst mich! Ich war im Krankenhaus. Ihr bringt mich heimlich weg!“

Ja, mein Opi war so einer, der ganz unverblümt sprach, wie es ihm die Seele vorgab und auch mal solche Worte benutzte, wie „verarschen“ oder „Hornochse“ oder „debberte Kuah“ oder „so ein Vollarsch“.

Als der Krankenwagen vor unserem Haus hielt und sie den Opi dann mit seinem Rollstuhl ausluden, saß er anscheinend in dem Rollstuhl und machte ganz große Augen. Und als er seine Straße und sein Haus erkannte, hat er so richtig aufgejuchzt und „Jaaaaaahhhhh!!! Zu Hause!!! Ich bin zu Hause!!!“ gerufen.
Ich hatte schon Feierabend und hatte gerade mein Auto geparkt, als er ganz strahlende im Rollstuhl saß und der Krankenwagen gerade wegfuhr.
„Sie haben mich nach Hause gefahren!“ hat er mir ganz stolz erzählt.
Tante und ich haben ihn dann die Treppe hoch bugsiert. Das war nämlich gar nicht mehr so einfach. Eigentlich kann er aus eigener Kraft gerade mal drei Stufen laufen. Dann muss man ihn per Räuberleiter, die man zusammen auch überkreuzten Armen macht hochtragen. Aber Opi wog zu letzt noch ganz wenig, da ging das schon.
Oben angekommen warteten seine Kinder und ein Großteil seiner Enkel, und natürlich seine Ehefrau auf ihn.
Die Freude, dass er nach Hause durfte und wir ihn weiter zu Hause begleiten konnten, war bei Opi so groß, dass er am selben Abend noch ein ganzes Stück Kirschkuchen aß und eine Grießsuppe. Das ist für ihn schon ein Festmahl von der Menge her. Genauso konnte er sich selbst auf dem Stuhl halten und trank selbstständig sein Radler und er ging das erste Mal seit langen wieder alleine auf Toilette!
Natürlich gefolgt von einem ganzen Geschwader Familie, denn wir erschraken alle ganz furchtbar, als er auf einmal seinen Stock packte, für seine Verhältnisse echt schnell aufstand und wackelig, aber stetig, in den Flur spazierte. Alle sind wir aufgesprungen… alle Hände sofort bereit ihn aufzufangen…  Münder sprachen: „Opi geht es?“
und „Opi, soll ich Dich nicht halten?“ und „Opi, wo willst denn hin?“
Opi drehte sich mitten auf seinen Weg zu uns um, stützte sich zittrig auf seinen Stock und meinte nur: „Was macht ihr denn für einen Aufstand? Ein alter Mann wird ja wohl noch mal in Ruhe auf’s Klo dürfen!“
Wir staunten alle echt nicht schlecht.
Konnte er sich bis zu dem Tag davor kaum im Bett selbst bewegen.
Er ging auf Toilette. Einige folgten, denn ja, der Zustand von meinem Opi war so wackelig, dass er dann doch kleinlaut zu gab, dass man ihm halten müsste beim Hose ausziehen. Platzierte sich auf die Toilette, alle Augenpaare natürlich auf sich gerichtet… und schloß die Augen.
Irgendwann öffnete er eins, und meinte: „Meine Güte, da kann man sich ja echt nicht entspannen. Türe zu! Du und Du (das war an eine Tochter  von ihn gerichtet, die ihn während des Ausziehvorgangs hielt und an mein Schwesterchen, die half ihn die Hose vom Po zu ziehen) raus hier! Ich rufe, wenn ich nicht mehr kann, beziehungsweise sag ich Bescheid, wenn ich fertig bin. Bis dahin: Türe zu!“

Eine kuriose Situation… Trotzdem mussten wir alle lachen. Für uns war es toll, dass er so fit war, innerhalb von wenigen Stunden, dass er wieder Befehle erteilte. Wir fühlten uns, als wären wir kurzerhand in einen Sketch verfrachtet, aber wir sind die Hauptdarsteller.
Wir warteten geduldig alle im Flur vor der Toilettentüre. Mit Omi waren wir 9, die da wie die Hühner auf der Stange auf der Garderobe von meiner Oma saßen, oder vor der Türe rumstanden. Und alle lauschten angestrengt, ob man Opi halten musste wohl, oder ob ein Ächzen zu vernehmen war, oder ob er umfiel oder so was.
Aber es kam kein Geräusch.
Omi gingen die Nerven durch: „Opi – alles in Ordnung da drin bei Dir?“
Von Opi kam ein entnervtes: „Hetze mich nicht, Weib!“

Das Adrenalin, das durch die Freude bei Opi ausgeschüttet wurde, hat ihn wirklich wieder so ziemlich fit werden lassen.
An diesem Abend blieb er sogar bis um elf Uhr im Wohnzimmer in seinem Sessel sitzen.
Wir erklärten ihm, dass wir ihm jetzt jeden Tag Thrombose-Spritzen setzten mussten und wir alle eingewiesen werden vom Pflegedienst, damit wir es alle auch können. Wir mussten ihm versprechen, dass wir immer schön abwechseln zwischen seinen Beinen und seinem Bauch.
Noch vor 1,5 Wochen an dem Freitag, als die Bayern verloren, hat er mit meinem Vater das Fußballspiel angeschaut. Am Samstag danach hat er mit all seinen Enkeln Gemüselasagne gegessen, die meine Omi gemacht hatte.
Und trotzdem hielt das Adrenalin nicht an, und er wurde von Tag zu Tag wieder schwächer.
Bevor ich verreiste, erzählte ich ihm, wo ich überall hin müsste. Und dass er mir die Daumen drücken sollte. Er meinte, er würde die großen Zehen auch mit drücken. Und als ich mich verabschiedete rief er mir nach: „Viel Erfolg! Bring auch Aufträge mit, damit die Geschäfte gut laufen!“
Aber da konnte er schon wieder nicht mehr selbst trinken, oder selbst vom Sessel ins Bett.

Aber genau so behalte ich ihn auch in Erinnerung, mit dem Schalk in den Augen.

Und froh bin ich, dass es jetzt doch so schnell ging für ihn.
Wir haben jetzt zwar seit Heilig-Drei-König angefangen uns alle zusammen, immer im Wechsel, uns um ihn zu kümmern. Er musste oft gewickelt werden, weil er oft zu schwach war um auf Toilette zu gehen und wir zu langsam um ihn rechtzeitig aus dem Bett zu hieven und ihn auf den sogenannten Nachtstuhl zu setzten.
Wenn er vom Sessel ins Bett wollte, haben oft zwei Personen ihn unter den Armen gepackt und ihn in den Rollstuhl gezogen. Vor dem Bett dasselbe wieder: zwei Personen die ihn hievten, wuchteten und schoben, bis er richtig lag.
Ich hab dann immer gesagt: „Opi, bald ist es vorbei. Bald hast Deine Ruhe und darfst schlafen, dann haben wir es und quälen Dich nicht mehr.“
Er hat dann nur immer gesagt: „So… meinst, oder?“
Auch abwechselnd Nachtwache haben wir an seinem Bett gehalten. Immer so, wie es jeder konnte, immer der, der am nächsten Tag nicht zu viel Streß in der Arbeit vermutete.
Er war bis zuletzt im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte. Er hat immer gesagt: „Des ist die Kiara, des ist nämlich die Einzigste mit ganz schwarze Haare…“
Oder wenn eines seiner Kinder ohne Ehepartner da war, hat er sofort nach diesem gefragt, und wie es dem geht und wo der Partner denn sei.
Und er hat bestimmt auch voll mit bekommen, dass sein Körper immer schwächer wurde. Und das war bestimmt nicht schön für ihn.
Deshalb freue ich mich für ihn, dass es jetzt, bevor es noch schlimmer wurde, für ihn vorbei ist. Und ich freue mich, dass er so einen friedlichen Tod hatte, dass er nicht einmal kurz geröchelt hat oder kurz einen Anflug von Schmerzen hatte.
Mein Papa hat gesagt, er hätte wirklich nur gesagt: „Dann schlafe ich jetzt. Tschüss, mein Sohn!“ Hätte die Augen zu gemacht. Noch zwei Atemzüge genommen und hätte einfach aufgehört zu atmen. Und ich freue mich für ihn, dass sein Wunsch in Erfüllung ging, dass er zu Hause bleiben durfte und in seinem Bett (das war ihm sein Liebstes!) einschlafen konnte, und dass er starb, bevor Pflege für ihn zur Erniedrigung werden musste.

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Und deshalb freue ich mich für ihn und bin froh!

Das Konto „Abenteuer“ – oder – meine Weihnachtsgeschichte

Ich war eines Donnerstags, so vor 3 Wochen, mal wieder im hohen Norden, in einer der schönsten und aufregendsten Städte von Deutschland. Zumindest ist so mein Empfinden.

Ich habe mir mal den Spaß gemacht, das per zufällig-geschossene Fotos zu dokumentieren.

Denn ich habe ein selbst verschuldet ein Abenteuer dort erlebt. Oder eine vorweihnachtliche Geschichte… wie auch immer: Ich verbuche es mal unter das Konto „Abenteuer“.

Ja, ich musste mal wieder um vier Uhr morgens aufstehen. Ächz!
So total und voll und ganz meine Zeit. *IRONIE*
Ich hatte echt ein bissi Schießie, dass ich verschlafe, da ich die Tage davor so schlecht aufgestanden bin.Also, habe ich mich bei so einem penetranten, telefonischen Weckservice angemeldet.
Festnetz versteht sich… denn da muss ich todsicher aufstehen, um ranzugehen.

Um fünf ging es ins Auto.
Um 5:30 Uhr parken auf dem Parkplatz „Business 2“.
Um 05:35 Uhr Check-In.
Und um 06:10 Uhr flog ich dem Nebel und der Nacht davon in die aufgehende Morgensonne.
Ich finde das immer so schön.
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Ich landete bereits um kurz vor acht.

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Mein geschäftlicher Termin, der mich auf diese Reise schickte, war erst um zwölf und Dirty Harry, mit dem ich den Termin abfackeln sollte, landete erst um zehn. Ich muß da hoch immer schon um sechs fliegen, mein Flughafen hier ist ein ganz kleiner, schnuckeliger Airport – da hab ich nicht so viel Auswahl nach da oben.
Also, beschloß ich mich auf die Suche nach einem Frühstück zu machen.

IMG_0102Ich weiß ja nicht woran es liegt, aber überall wo ich das goldene M sehe, fühle ich mich gleich heimischer. Nicht, dass ich ständig dort zu Essen pflege, aber es heimelt eben… und hin und wieder brauche ich so richtig „unanständiges Essen“.

Aber nein, ich habe mich zusammen gerissen und mir was sehr anständiges und vegetarisches geholt.

IMG_0103War super lecker!
Mit mediterranen Grillgemüse – hmhmhmhmmmmm 🙂

Um zehn habe ich Dirty Harry dann von seinem Arrival-Terminal abgeholt. In einem Café im Terminal haben wir uns noch einen Kaffee gegönnt und den Termin noch durchgesprochen.
Um elf sind wir in die S-Bahn und waren rechtzeitig vor Ort.
Weil wir so früh da waren, mussten wir noch in der Empfangshalle warten.

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Wainting for appointment

Das ist Standard bei uns. Lieber nochmals 15 Minuten auf die Abholung zum Termin warten, als zu spät zu kommen oder anzuhetzen.
Ja, ihr seht richtig. Ich hatte auch einen kleinen Handgepäck-Trolli dabei.
Erstens mache ich den Fehler nie wieder, bei einem Termin, zu welchem ich um fünf Uhr morgens aufbrechen muss, den ganzen Tag in einer anderen Stadt rumrenne und erst um halb elf wieder zu Hause, dass ich da meinen Geschäfts-Laptop (das Ding ist nämlich schwer!) rumzuschleppen (ehrlich, ich hatte vor zwei Wochen Muskelkater in meinen Armen!), und zweitens wollte ich nach meinen Termin „Floaten“ gehen. Das kann man in meiner süßen, kleinen Welt nämlich nicht. Nur in so ganz großen Weltstädten gibt es solche Wellness-Oasen mit Floating-Becken.
Und deshalb begleitete mich mein roter Trolli.

Um zwölf haben Dirty-Harry und ich zwei Stunden den Termin gerockt. Ich muß ja gestehen, dass es echt gut war, dass Dirty Harry dabei war. Der hat das alles so cool entschleunigt. Ich wäre über den Tisch gesprungen – irgendwann bestimmt – so ab Minute 31 – und hätte unsere zwei Ansprechpartner durchgeschüttelt – aber bis zum Letzten. Dirty Harry hat das herunter gefahren.
Wir haben sogar so richtig taktiert – hi hi hi – das hat so dermaßen Spaß gemacht!
Wir sind echt einmal rausgegangen und haben um einen seperaten Raum gebeten, angeblich um uns nochmals besprechen zu können – aber wir wollten nur eine Welle machen 🙂 So ein bisschen mit den Hosenträgern schnippen.
Ich meine es ging schließlich um eine Viertelmillion, da kann man schon mal ein bisschen aufsehen machen, oder?!

Auf jedem Fall haben wir das so gut hinbekommen, von unseren Gesprächspartner ein Kommittent eingeholt (das war auch unser Ziel)… und danach hat uns wieder das Adrenalin eingeholt.
Das ist total oft so nach solchen Terminen. Ich denke mir davor immer, ich spüre gar nichts, ich bin gefühlskalt und emotionslos.

Hah! Weit gefehlt! Nach so einem Termin – In dem Moment, in welchem ich das Firmengebäude des Interessenten verlasse, dann merke ich das Adrenalin, spüre wie aufregend alles war und wie meine Knie eigentlich Pudding sind.
Dirty Harry ging es genauso.
Wir waren total aufgedrillert, ich schätze mal, wir benehmen uns dann wie Kleinkinder auf ADHS.
Wir haben uns dann in einem total süßem und urigen Restaurant ein super-geniales Mittagessen gegönnt.
Also, diese Lokalität habe ich mir gepint auf meiner Map. Denn das ist wirklich ein Geheimtip!
Was witzig war: Die Bedienung kam mit einer Schachtel. Sagte, wir sollen die Augen schließen und jeder kann 3 Postkarten ziehen.
Hier meine:IMG_0105Hmhmmm….
Was dies wohl bedeuten mag.
Die Bedienung rätselte mit uns und unser Fazit:
Aufregende und spannende Zeiten stehen mir bevor. In der Liebe und im Flirten wird es heiß her gehen. Und ich kann die nächste Zeit einiges in meinem Leben erwarten, das auf mich zu kommt. Und ich habe wohl Ansprüche (,aber das ist ja nichts Neues). Aber, es gibt noch mehr als bis hier her. Es wird kommen…. There is more to life than this (wenn ich wüsste, wie schnell das eintrifft wäre ich vorsichtig geworden). Also, das war auf jedem Fall mal das, worauf wir uns einigten, wir Drei.

Nach dem super-leckeren Essen habe ich dann Dirty Harry noch ein bisschen in der S-Bahn begleitet, bin dann umgestiegen in meine U-Bahn, die mich am nächsten zum Floaten bringen sollte.
Ich habe dann einen total schönen 20-minütigen Spaziergang durch ein total süßes Stadtviertel gemacht. Ich fand, es sah dort aus, wie in einem Londoner Vorort.

Romantik eines Stadtteils
Romantik eines Stadtteils

 

Ich bin total viel gelaufen… und fand meine Wellness-Oase nicht.
Irgendwann hab ich angerufen, dass ich die Hausnummer 60 nicht finde.
Oh, verdammt! Falsch verstanden! Hausnummer 160! Aaargh!
Mir wurde empfohlen in den Bus zu steigen und noch zwei Stationen zu fahren, was ich auch tat.
Und dann begann meine Reise in die Zeitlosigkeit.
Zuerst mal eine Ganzkörper- Hot Stone Massage. Seufz!
Ich entspannte so sehr…. bis die Tante anfing mich total zu verbiegen.
Sag mal…. wo will die denn mit meinem Bein hin? Aha – so weit kommt das also – Faszinierend, ich bin eine Schlangenfrau.
Dann durfte ich noch liegen bleiben und wurde dann in meinen Tempel geführt.
Ich sage Tempel, weil das war wirklich so ein schöner Bereich und so ein schönes Becken war (nicht so ein Tank), das sah aus wie das Bad von Cleopatra.
Seufz! HachMach!
Und das Licht dort. Das war gar kein Licht. Das war irgendwas anderes. Und schon da fühlte ich mich nur von den Interieur und dem Licht wie eingenullt und wie unter Drogen!
In dem Floatingbecken hat es mich natürlich weggeschossen beim Schweben. Ist ja klar.
Und als ich sanft geweckt wurde, war ich nicht bei mir.
Ich hatte gänzlich mein Gefühl für Zeit und Raum verloren.
Man war das cool!
Ausgiebig duschte ich mich. Cremte mich ein.
Eine Uhrzeit hatte ich nicht. Mir wurde alles abgenommen. Damit ich auch durch nichts abgelenkt werde, hieß es zu mir bei der Einführung in dem Wellness-Tempel.
Ja… und irgendwo bei dem Ganzen habe ich meine Zeit wirklich liegen gelassen, bzw. verloren.
Und als ich meine Sachen wieder bekam… stellte ich mit erschrecken fest, dass schon 19 Uhr war! Verdaaaaaaammmmmmmmmt!!! MEIN FLIEGER GEHT UM 20:10 UHR! WTF!?!?
Aber da ich ein optimistischer Mensch bin, dachte ich mir, das schaffe ich schon noch. Außerdem war ich ja noch so derbe entspannt…
Ich habe mir ein Taxi bestellt, welches um 19:10 Uhr ankam. Ich hüpfte hinein und der Fahrer chauffierte mich nett und freundlich zum Flughafen.
Durch ein bisschen Verkehr und ein bisschen aufgehalten werden durch einen Unfall bin ich um 19:35 Uhr am Terminal angekommen.
Zack… rein…. zum Departure…. Check-In Schalter… äh…. Lady K macht ein doofes Gesicht… Check-In Schalter ist nicht besetzt…. Lady K guckt nochmals auf die Anzeige der Departures, um welchen Check-In Schalter es sich handelt, ja passt schon wo ich war – aber da war niemand…. Flight XY00 = GoToGate…. äh, ja, würde ich ja gerne, brauche ja nur meine Boarding-Karte, dann bin ich gleich am Gate, ist ja nicht weit weg.
Also, bin ich zur Info. Ich kurz meine Text runtergespult: „Brauche Boarding-Karte. Check-In nicht besetzt.“
Es war mittlerweile 19:40 Uhr.
Die freundliche Dame meinte, ganz schnell zum Airport Office Ticket Schalter. Ich zack…. sprint dort hin.
19:42 Uhr…
Und das Gesicht einer Dame begrüßte mich, das war ja wirklich so *Ironie an*herzerfrischend*Ironie aus*, dass es mal kracht. Die hatte wohl nicht wirklich Spaß an Ihrer Arbeit, vielleicht sollte ich ihr mal das Floaten empfehlen. Nun ja, war mir egal, ich wollte ja nur schnellstmöglichst meine Boarding-Karte. Das sagte ich ihr auch.
Sie ganz trocken (und mit diesem pissigen Tonfall, der eindeutig super synchron mit ihrem Gesicht war): „Nein, wenn der Check-In-Schalter zu ist, dann bekommen Sie keine Board-Karte mehr.“
Ich: „Häh? Jetzt komm mach, das schaffe ich noch…“
19:45 Uhr
Sie: „Nein, ihr Flieger ist weg. Der Bus zum Rollfeld ist schon vorgefahren.“
Ich: „Das glaube ich nicht! Erstens mal bin ich schon oft genug von hier aus geflogen, zuletzt vor 2 Wochen. Wenn dort steht, dass um 20:10 Uhr der Flieger startet, dann kann man froh sein, wenn der Bus zum Rollfeld um 20:05 Uhr da ist. Und zweitens steht auf Ihrer Anzeige immer noch die Aufforderung sich zum Gate zu begeben, was heißt, das Boarding hat noch nicht gestartet… also, wenn ich bitten darf: Die Information sagte zu mir, sie könnten mir auch bei nicht besetzten Check-In-Schalter meine Board-Karte aushändigen.“
Die Dame bestand darauf, dass ich keine Boardkarte bekomme. „Blablabla… Sie sind verpflichtet nach unseren AGB’s sich mindestens 40 Minuten vor Abflugszeitpunkt ihre Board-Karte zu holen… Blablabla.“
Ich habe noch ewig mit ihr diskutiert.
Mittlerweile war ich bereit auf einen Abend Flieger umzusteigen, zu einem anderen Flughafen im Süden, der zwar 200 km von meinem Heimatort weg ist, aber von dem ich wusste, dass er erst um 20:30 Uhr startet.
Die fröhlich gelaunte Dame:“Nein, das geht auch nicht, das ist auch zu spät.“
Lady K.: „Hey, sie haben gerade gesagt 40 Minuten vorher. Also, ich bin in der Zeit, schauen Sie jetzt bitte nach, ob noch ein Platz in diesem Flieger ist?!?!“
Sie hat nicht einmal nachgeschaut. Sie hat ihre Finger überhaupt nicht über die Tastatur fliegen lassen, geschweige denn Ihrem Bildschirm auch nur eines Blickes gewürdigt! Das war Verweigerung! Ich hätte glatt töten können…
Es war nun 19:52 Uhr.
Ich debattierte weiter, denn ich weiß ich hätte es geschafft schnell durch die Security zu gelangen und mein Gate ist immer dasselbe und das ist nur 5 Minuten dann noch weg.
Irgendwann zeigte die Anzeigetafel „Boarding“ an für meinen Flug.
Na toll…. blöde Zicke!
Ich versuchte noch eine andere Mitarbeiterin, die mir sehr viel freundlicher schien, zu bewegen mir eine Board-Karte zu geben und mich eventuell mit einer dieser unzähligen Smarts, die ja überall auf dem Flughafen rumdüsen zum Flieger zu fahren. Sie hatte sogar Mitleid mit mir, aber sagte, das erlauben die Sicherheitsvorschriften nicht.
So… jetzt war mein Flieger definitiv weg. Und so langsam kroch Verzweiflung in mir hoch.
Shit! Wie komme ich nun an das südliche Ende von Deutschland, hier vom Norden!
Oh… diese Peinlichkeit! Ich  musste meinem Chef beichten, dass ich meinen Flieger verpasst habe!
Die Scham fachte meine Kreativität an, und mir kamen die absonderlichsten Ideen.
Mietwagen, in 9 Stunden wäre ich bei Durchfahren auch zu Hause. Da wäre es dann, äh moment jetzt war es 20:30 Uhr, bis ich das Auto habe circa 21:00 Uhr, Pipi-Pause einrechnen macht insgesamt 9,5 Stunden….ah ja, da wäre ich dann um halb sieben zu Hause.
O.K. mir wurde dann klar, dass ich an diesem Tag bereits um vier Uhr morgens aufgestanden bin und es wahrscheinlich von meiner körperlichen Kapazität her nicht schaffen werde, dass ich 9,5 Stunden die Nacht durchfahre und dann am nächsten Tag noch im Büro sitze und Arbeite, wie wenn nichts gewesen wäre.
Also begab ich mich zum Airport Tourist Office.
Da waren 4 Menschen, die alle total nett waren
3 davon haben sich von nun an, ausschließlich mit mir beschäftigt.
Es wurden Zugverbindungen gecheckt, die durch die Nacht fuhren.
Einen direkten Nachtzug gab es nicht. Es gab nur blöde Verbindungen, bei welchen ich einen fünfstündigen Aufenthalt auf irgendwelchen Bahnhöfen hätte, bevor es weiter geht.
Vor 09:00 Uhr am  nächsten morgen wäre ich hier nicht im Süden.
Dann war da das Problem mit dieser Messe! Es waren wirklich so ziemlich alle Hotels ausgebucht.
Oh… gelogen ;-)… Das Radisson hatte noch zwei Suiten frei zu 490,00 EUR die Nacht.
Ich fand mich damit ab, dass ich die Nacht in dem einzigste Flughafen-Bistro im Terminal verbringen würde, welches 24 Stunden durchgehend geöffnet hatte. Und das Terminal war auch ein freundlicher Ort, als irgendein versiffter Bahnhof.
Großes Shit!
Da Jammern nicht half, stand ich dann wieder bei der Dame mit der nicht so guten Laune, und bat sie darum, mich ein Ticket für den Flug am nächsten Morgen zu meinem Flughafen zu erwerben. Sie schnauzte mich dann an, dass sie mir das zuvor ja schon angeboten, hätte und da wäre ich einfach zum Airport Tourist Office abgehauen und wage es doch jetzt tatsächlich sie noch 10 Minuten VOR ihrem Feierabend zu bemühen. Der pure Hammer, diese Dame – findet ihr nicht.
Aber mein Ticket bekam ich.
Dann rief ich Chef an und beichtete. Chef war zum Glück super nett und freundlich. Ich meine, was will er denn auch machen.

Die drei netten Menschen vom Airport Tourist Office hingen immer noch am Internet und am Telefon für mich, um mir eine Bleibe zu besorgen. Es kamen dann noch Vorschläge, von Hotels und Pensionen die alle sehr im Umland lagen und zu denen ich teilweise dann hätte 2 Stunden eine Strecke fahren müssen.
Also, da kann ich wirklich am Terminal bleiben die Nacht über.
Irgendwann resignierte ich und fand mich mit meiner Situation ab und begab mich in mein Nachtquartier, dem Flughafen-Bistro.
So schlecht war es hier gar nicht, da war wenigstens eine lange, weiche Bank.

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Da konnte ich mich dann zur Not auch umfallen lassen.
Es war nun elf Uhr.
Gegenüber war eine Werbetafel die eine nette Blondine zeigte, die irgendein ganz tolles Deo empfiehlt. „FS-Mädel empfiehlt…“ stand da.
Ich runzelte meine Stirn. Das Werbemädchen hatte wirklich nicht nur denselben Namen, wie meine Freundin FS-Mädel, sondern sah ihr auch wirklich ein bisschen ähnlich. Und kaum war dieser Gedanke fertig gedacht, da durchzuckte mich ein elektrischer Blitz!
Ich zückte mein Handy und wählte FS-Mädels-Nr.
Als sie ranging nannte ich unseren Code: „Emergency-Call! Sogar Super-Emergency!“
Nachdem ich ihr mein Leid geschildert hatte, mittlerweile hatte ich auch noch eine gesunde Portion Sarkasmus und Ironie dabei, kamen von FS-Mädel auch sehr lustige Vorschläge:
„Jede größere Stadt hat doch eine Bahnhofsmission, geh doch mal dahin und frag, ob Du dort übernachten darfst.“
„Es gibt in Großstädten sogenannte Erfrierungsräume, die für die Obdachlosen zu Winterbeginn eingerichtet werden. Frag mal das Internet, wo so einer ist.“
FS-Mädel erzählte mir, dass ihr Mensch gerade bei ihr sei.
Und auf einmal fiel von ihr die Frage: „Duhuuuuuu….. Schahatziiiiii….. kennst Du vielleicht jemanden in Norddeutscher-Stadt?“
Und was sagt ihr Mensch: „Yo…..“
Mir blieb das Herz stehen. Menschenskinder! Ich bin ein Glückskind!
FS-Mädel befohl ihrem Mensch, diesen sofort zu kontaktieren, wo er in der großen Stadt wohnt und ob ich bei ihm übernachten dürfte.
Es ging ewig…. den der Mensch von FS-Mädel begann erstmal mit Small-Talk anstatt, zum Punkt zu kommen! FS-Mädel und ich dachten wir sterben vor Spannung! Und dann gab der Mensch von FS-Mädel endlich mal meine Telefonnummer an den Bekannnten.
Ja! Ich durfte bei ihm übernachten!
Er hieß TK und wir telefonierten uns schnell zusammen. Noch mehr Glück! Er wohnte mit der S-Bahn nur eine Viertelstunde vom Flughafen weg!
Ich auf in die S-Bahn.
Und auf der Fahrt zu ihm, nochmal mit FS-Mädel telefoniert, und ihr erzählt, dass das eine magische Eingebung war, dass ich sie anrief. Nämlich durch das Werbeplakat mit dem Deo! Nein, hier glaube ich wirklich an eine Hilfe vom Universum und nicht mehr an puren Zufall!

Er war sogar so nett und hat mich von der S-Bahn-Station abgeholt, damit ich nicht noch durch fremde Straßen geistern muß.
Ja, es gibt sie noch: Die Gentlemen – fast ausgestorben… hin und wieder kommen sie noch aus Ihren Verstecken hervor.

Als TK vor mir stand, dachte ich zuerst: „Oh mein Gott – ein Kind! Ich werde auf dem Sofa von einem Kind übernachten?“

Denn er war sehr zierlich und klein, zumindest für ein männliches Wesen unserer Gattung… und er sah so sehr jung aus.
Als ich mit ihm dann so zu ihm lief, kam aber heraus, dass er schon 30 ist.
(Mannomann… hast Du Dich mal gut gehalten… Aber Hallo!)

TK ist Entwickler… und ich muss es leider sagen, auch wenn es vorurteilsvoll behaftet ist: Der klassische Nerd!
Das spiegelte auch seine Wohnung wieder.
Fast keine Einrichtungsgegenstände… nur das Nötigste… keine Staubfänger – aber die Entwicklerumgebung steht einwandfrei!

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TK hat dann erst mal mir ein süddeutsches Biergebräu angeboten.
Er hätte einen Getränkemarkt ausfindig gemacht, der das anbietet.
Na Bravo, super Klasse! Ich war eh zu aufgekratzt, als dass ich hätte sofort schlafen können, obwohl es mittlerweile halb zwölf nachts war, und ich an meiner 20-Stunden-Wach-Grenze gefährlich nahe schrabbte.
Das Bier floß… und die Gespräche waren wirklich gut.
TK hat sehr interessante Ansichten vom Leben und davon, wie Menschen wohl so ticken und aus welchen Motiven heraus Menschen bestimmte Handlungen vornehmen.
Einiges, was TK so beleuchtete musste ich ihm dann zustimmen, auch wenn ich es nie von dieser Seite betrachtet hätte.
Das zweite Bier wurde aufgemacht… das Dritte…. die Kronkorken verzierten den Wohnzimmertisch in chaotischer Art und Weise….IMG_0718Und die Gespräche wurden noch philosphischer… und immer mehr kichereriger…

Irgendwann war ich aber so müde und ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich noch genau 3 Stunden zu schlafen hatte, bevor ich mich wieder zum Flughafen begeben musste. Diesmal hatte ich wirklich nicht vor, den Flieger zu verpassen, sonst hätte ich ja gleich da oben bleiben können. Also, irgendwann muss man dann auch nicht mehr zurück, oder?!?

Und weil TK immer noch am Philosophieren war, hab ich einfach meine Anzugshose ausgezogen und stand im Slip vor ihm….
Um mein Vorhaben noch zu unterstreichen, schlüpfte ich unter die bereitgelegte Decke auf dem unglaublich weichen Sofa.
Für mich war es in dem Moment das bequemste Sofa auf der ganzen, großen, weiten Welt.

TK wünschte gute Nacht, legte mir noch Handtücher für den nächsten Morgen zum Duschen hin…. meinte, er würde nicht mit mir in der Frühe aufstehen, er würde ausschlafen….

IMG_0108Und überließ mich somit meinem Bierrausch….

Am nächsten Morgen war ich klar pünktlich am Flughafen.
Eine scherzhafte sms erreichte mich von FS-Mädel, so nach dem Motto, ob ich denn diesesmal alles rechtzeitig geschafft hätte, oder es jetzt hinbekommen hätte etwa zu verschlafen… Ha ha ha… Witzchen gerissen, häh?
Selbstverständlich saß ich schon in diesem Bus, der die Passagiere über das Rollfeld zum Flieger bringt.
Um elf saß ich dann im Büro.
Seit dem ist mein „Floating“ der Running-Gag im Büro.
Ich darf mir das natürlich bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit anhören.
Egal, ob es darum geht, netter Damenkundschaft ein besonderes Weihnachtsgeschenk zu organisieren – da kommt natürlich: „Frag mal Lady K… Floating-Gutschein… ha ha ha *zwinker*zwinker*“
Oder bei meinem nächsten Aussendienst-Termin mit Übernachtung in einem Hotel kam vom Chef: „Aber Floating ist verboten!“ Natürlich immer mit diesem Kichern…

Naja… wer den Schaden hat, muss für den Spot nicht sorgen.

Aber ich freue mich, dass ich das erlebt habe.
Und weil ich Nachts in einer fremden Stadt gestrandet bin, und ich von jemanden völlig Fremden aufgenommen wurde und dann noch bewirtet wurde, ist das meine ganz persönliche und eigene Weihnachtsgeschichte…. Nur für mich… Die nur ich erleben durfte…. ein neuer Eintrag in meinem persönlichen Abenteuer-Konto.. und TK ist mein Weihnachtsengel in diesem Jahr.

Dankbar

Dankbar

Manchmal ist das Leben nicht gerade die Party, auf die ich mir gewünscht habe eingeladen zu werden. Da ich aber schon mal hier bin, werde ich aber auch tanzen!   Dieses Zitat, das ich einmal auf der Seite „Make my day“ aufgeschnappt habe, trifft momentan … Dankbar weiterlesen