Schlagwort: genervt

Zugfahren Macht Freude?

Es geht los.

Ich bekomme gleich zu Beginn die „absoluten Freuden“ des Reisens (ironisch gesprochen) mit, in dem der Zug rappelvoll ist, so dass ich auf einem Behelfsplatz sitze. Aber wenigstens sitze ich. Einige arme Mitreisende hatten da nicht so viel Glück. Was machen denn nur soooo viele Menschen am Sonntagabend in einem Regionalzug? Ich dachte ja, dass ich mit der Anreise am Sonntag (zumindest bis zum Zwischenstopp Flughafen) der Rush-Hour entkomme. Ich habe wohl das volle Programm gebucht inklusive kreischenden Kleinkindern, die sich im Chor duellieren, wer den schrillsten Schreilaut herausbringt und es zuerst zu Migräneanfällen bei den anderen Reisende bringt. Zuerst war es nur ein Kleines. Doch bald darauf haben fünf weitere Kidies, wahrscheinlich aus purer Solidarität, angefangen mit einzusteigen. Hach je, ich bin das halt einfach nicht gewöhnt (sonst so in meiner ruhigen Singlewohnung und ansonsten in meinem Erwachsenenbüro. Die einzigen schrillen Kreischtöne die ich kenne, sind die, die verursacht werden, wenn im Club die Anlage übersteuert wird oder der DJ auf Minimal steht). Ich weiß, ich bin ein Lappen! Naja, egal… Die Zugfahrt dauert nicht so sehr lange. Das Überlebe ich schon. 

Ich hoffe ja, dass ich im Hotel eine Kleinigkeit alá Süppchen oder ähnliches noch Essen kann und dann werde ich auch sehr bald (der Plan ist bis 10) ins Bett gehen. Ein Glas Rotwein müsste es bewerkstelligen, dass ich schnell in seichte Träume falle. Und dann hoffentlich morgen um halb fünf gut aus den Federn aufspringe. (Ich hasse Giga-frühes Aufstehen! 💩👻💀🙅🏻)

Man wird sie schwer los…

Gestern Abend stand auf einmal überraschend Soni vor der Türe. Unangekündigt, ungefragt, einfach so.
Ich weiß, ich sagte, ich brauche „dieses Verhalten“ von ihr nicht mehr. Aber als sie vor der Türe stand, habe ich es auch nicht fertig gebracht sie ihr vor der Nase wieder zu zu knallen. Eigeninitiative ist eigentlich untypisch für Soni. Wobei: Einfach ins Auto zu steigen und bei jemanden vor der Türe zu stehen, und dann dort zu fordern: „Los, mir ist langweilig! Unterhalte mich!“ ist für mich keine wirkliche Eigeninitiative. Eigeninitiative wäre selbst Vorschläge zu machen und zu schauen, was gibt es denn das man unternehmen könnte. Aber genau das, muss man Soni dann alles vorkauen.
Wir haben dann 5 Folgen „Black Mirror“ zusammen angeschaut und Weinchen getrunken. Es ging ganz gut, bis auf ein paar Momente, in welchen ich tief durchatmen musste um nicht sofort zurückzuschießen. Soni hat einfach so eine Art, dass sie extremst pessimistisch gewisse Dinge sieht. Und zwar nervig-pessimistisch, fast schon so, dass man es als schlecht-drauf-sein bezeichnen kann. Dazu dreht sie sich dann immer in einer Spirale, kaut Themen im Ring ewig herum und hört nicht auf. Irgendwann ist der Geduldsfaden von Jedermann strapaziert und man muss sie darauf aufmerksam machen, dass es ja jetzt gut ist, und man es ja verstanden hat. Daraufhin fühlt Soni sich ermutigt, sich zu rechtfertigen, warum sie denn das eine Thema ewig durchkauen musste und zerpflückt die Situation („Du hast gesagt XXX deshalb hab ich gemeint, dass YYY…) und findet auch da wieder nicht heraus. Maaaaaaaaaannnnn…. ANSTRENGEND!
Natürlich hagelte es auch Vorwürfe, dass ich mich seit August nicht mehr gemeldet habe. Das wäre meine Chance gewesen, um zu sagen: „Ich wollte mich auch nicht melden.“ Diese Chance habe ich kleiner Schießer und Hasenfuß aber nicht ergriffen.
Soni wird es schon bemerken, dass ich mich auch dieses mal nicht melden werde.
Und irgendwann wird sie es schon verstanden haben.
Irgendwie tut sie mir ja auch leid. Sie hat nicht viele Freunde. Meistens hängt sie in ihrem Elternhaus bei ihrer Mutter rum. Auch an den Wochenenden unternimmt sie viel mit ihr Mutter, weil eben sonstige soziale Kontakte ihr nicht in einer Vielzahl zur Verfügung stehen. Mit FS-Mädel verkracht sie sich ständig wegen ihrer Sturheit und Verbohrtheit und dann wiederum wegen ihrer Unfähigkeitkeit selbst sich um das Thema Unternehmungen und Freizeitaktivitäten zu kümmern.
Nun ja, lassen wir das. Schon alleine nur darüber zu schreiben, macht mir ja schon schlechte Laune.

Ich gehe jetzt erst mal raus. 10 km Laufen ist angesagt.

Wenn Eltern quengelige Kinder sind

Oh man, echt! Ich sag’s Euch!
Da stellen sich Eltern immer über Einen. Bla Bla Bla… ihr jungen Menschen… Bla Bla Bla… solche Sprüche wie: „Also, jetzt könntest echt mal erwachsen werden!“ bekam ich auch schon zu genüge zu hören. Und tun immer so, als würde ich mich ja soooooo anders verhalten. Nein, nicht anders. Eher fremdartig.
Daweils habe ich das Gefühl, dass meine Eltern sich vom Stadium des Erwachsenen wieder zurückbilden. Zurück zu nervigen, quengeligen Teenagern! Drama-Queens!
Echt mal! *aufreg*schnaub*grummel*

Ich bin nämlich gerade vom Weiher vom Schwimmen und rumlümmeln um zehn nach Hause gekommen, rief meine liebe Frau Mutter auf meinem Handy an.

 
Kommunikationsprotokoll:
Sie, ganz hektisch: „Bist Du zu Hause?“
Ich, genervt aufgrund ihrer Tonlage: „Ja.“
Sie, immer noch hektisch-hysterisch: „Bist Du schon im Bett?“
Ich dachte mir, nur: Man, jetzt hör auf zu fragen und sag was Du willst.
Sagte aber: „Nein.“
Sie, unverändert hysterisch: „Ich hab mich mit Papa gestritten und habe mich geweigert mit ihm weiter im Auto zu fahren!“
Ich: „???“
Sie: „Ich stehe in K an der Straße und komme nicht nach Hause.“
Ich: „Oh man, echt… Ihr seid wie die Kinder.“
Sie: „Ja, ist ja gut. Tschüss.“
Und legt auf.
Ich so mir gedacht: ‚Häh? Was sollte das denn jetzt?‘

 
Also habe ich zurückgerufen. Und sie zusammengestaucht, dass sie sich jetz mal reißen soll. *aufreg*keif*aufreg*
Abgeklärt, wo sie ist und losgefahren. Echt, hatte ich da mal Bock drauf!
Ich hab sie dann da aufgegabelt, wo sie sagte. 100 m weiter vorne wäre eine Bushaltestelle gewesen. Nein! Mutter muss sich auf ein Mäuerchen setzen, da wo man am doofsten Halten kann und den sterbenden Schwan mukieren. *keif*
Zum Glück hat sie im Auto dann ihr Plappermäulchen gehalten. Papperlapp oder gejammer oder was Hysterisches hatte ich echt nicht vertragen.
Ich kann mir schon ganz gut vorstellen, wie das abgelaufen ist. Deshalb musste sie auch gar nichts erzählen. Echt, was wäre so schwer gewesen von ihr, 30 Minuten die Zähne zusammenzubeißen, die Klappe zu halten und meinen Vater mit Schweigen zu strafen, anstatt dieses bockige: „Halt sofort an. Ich fahr mit Dir nicht mehr weiter!“ Glaubt mir, auch wenn es so scheint, dass ein Mensch so was nur tut, wenn es wirklich notwendig zu sein scheint: auf meine Eltern trifft dies nicht zu. Die sind echt einfach nur gerade wieder mal pubertär-blöd-kindisch!
Aber wehe, ich hätte mir das erlaubt. Die Moralpredigt und Anweisungen zum weiteren „erwachsenen Verhalten“ wäre zum niedernknien gewesen. Aber ich darf eine Stunde in der Nacht rumgurken.