Gerade nicht mehr meine Freunde 


Bisher war ich eine Verteidigung für die deutsche Bahn. Die %-Zahl der unangenehmen Erlebnisse hielt sich erstaunlich gering bei mir. Und ich bin seit 2013 sehr viel mit der Bahn gereist (zumindest im Vergleich zum Durchschnitts-Bürger).

Und hatte ich einmal einen kurzen Moment Unannehmlichkeiten, dann machte die Bahn mit ihren Mitarbeitern alles gleich wieder wett bei mir.

Da muss ich nur an den lustigen Mitarbeiter in FRA denken, welcher die Zugverspätung überbrückte, in dem er den Bahngleis unter Einbezug der Wartenden, einfach in ein Impro-Theater verwickelte. Oder der Kellner im Bord-Bistro, der ein Bier-Bingo startete und dann allen Mitspielern ein kühles Blondes ausgab, als Entschädigung, weil man an diesem Tag so langsam fahren würde. Fast war es da schon schade, dass man dann doch ankam.

Katastrophen, wie Klimaausfall, stundenlanges auf der Strecke stehen… Menschen, die alles aufhalten, weil sie sich auf den Schienen das Leben nehmen… nicht funktionierende Toiletten oder ähnliches… kannte ich nur aus den Nachrichten.

Aber heute hat es mich erwischt! Und für heute sind wir keine Freunde mehr, die deutsche Bahn und ich…

Bei der Hitze war mein ICE um 2/3 der angesagten Wägen kürzer und dementsprechend überfüllt. Die Klimaanlage war defekt. Bei 35 Grad Celsius Außentemperatur und die Menschen im Zug, stehend mit Körperkontakt = kein Spaß. Ich hatte zum Glück einen Sitzplatz in einem Vierequartier. Allerdings musste ich meinem Nebenmann so dermaßen auf die Pelle rücken, weil ich sonst immer den Hintern von dem im Gang stehenden Herren im Gesicht gehabt hätte. Dieser war leider kein attraktives Exemplar und er hatte (ohne Flax) Blähungen! So kamen mein Nebenmann und ich uns näher, als wir es uns jemals träumen ließen.

Ob die Toiletten funktionierten oder ob es überhaupt ein Bordbistro gab, war für mich nicht herauszufinden, es wäre eh kein durchkommen gewesen.

Und so wurde es eine sehr zähe Zugreise, vor allem nachdem mein Wasser alle war und eine Durchsage kam, dass aufgrund von Baustellen und belegter Gleise in diversen Bahnhöfen wir 1 Stunde Verspätung haben. Und das auch noch, nachdem ich bereits anfing Hunger zu kriegen und mir eigentlich schon ausmalte, wie ich am Zielort schon draußen an der freien Luft ein Abendessen genieße!

Na sauber! Freundschaft für heute gestrichen, liebe deutsche Bahn!
Letztlich bin ich dann doch noch angekommen und sitze auf einem wunderschönen Marktplatz am Beginn der deutschen Märchenstraße, genieße die angenehmer werdenden Temperaturen und fülle meinen Flüssigkeitshaushalt auf.

5 Gedanken zu “Gerade nicht mehr meine Freunde 

  1. Na dann Prost – ich hebe mein Glas Sekt und stoße im Gedanken mit dir an.
    Hatte heute Karten spielen und muss jetzt erst runter kommen. Sitze auf der Dachterrasse und genieße die Stille.

  2. Ich fahre weiter Auto. Im Moment ne Stunde eher als sonst, damit ich gut durchkomme, aber immer komfortabel, mit Klima und lala aus dem Radio.

    Deutsche Bahn sucks. Öffis (in Hamburg) sowieso.

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