Konflikt am 22.09.2016 = gelöst


Nach der Reha habe ich mich auf die Suche nach einer Putzfrau gemacht. Erstens ist Putzen nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Zweitens verdiene ich jetzt seit ein paar Jahren gut genug. Drittens habe ich es echt mit meinem Job nicht in meiner Selbstüberwindung hinbekommen, dass ich in meiner spärlichen Freizeit das Wochenende mit Komplettputz im Haushalt verbringen wollte. Viertens habe ich zu hohe Ansprüche an mich und es war für mich nie getan mit einmal am Wochenende Grundputz reicht.
In der Reha hat mein Arzt zu mir gemeint, ich solle mir überlegen, wie ich meinen eigenen Anspruch an mich überlisten könnte. Ich beschloß, dass was mich am meisten nervt, nur so putzen zu wollen, dass wirklich alles so sauber und schön ist, wie ich es mir vorstelle, dass ich das abgebe. An eine Putzfrau, bei der ich nicht auf die Finger schaue und nur das Ergebnis sehe.
Seit Mitte Juli habe ich eine Putzfrau.

Beziehungsweise ist jetzt die richtig Grammatikform: HÄTTE!
Ich habe sie heute entlassen.
Das lief ein bisschen unschön ab. Und ich bin ehrlich gesagt, schockiert was für Vorstellung manche Menschen haben.
Gekündigt habe ich ihr, da ich seit sie bei mir putzt, jede Woche immer nur spreche und spreche und spreche. Mir ist das zuviel Sprechen. Diese Woche hat mich die Frau fünfmal beschäftigt, für einmal vier Stunden putzen (was diese Woche auch nicht stattfand, der Termin wäre heute gewesen, fiel aus).
Nachdem ich vor zwei Wochen mit meiner Ex-Putzfrau abgeklärt habe, dass ihr Wunschtermin Mittwochs nicht so gut ist, weil ich am Mittwoch immer meine Reha-Nachsorge habe und deshalb nicht ins Büro fahre sondern von zu Hause arbeite, einigten wir uns auf Donnerstag. Für mich war das besprochene Sache. Es ist nämlich so, dass ich feststellte, dass wenn ich zu Hause bin, dann klappt das nicht. Weil sie dann auch einfach in das Büro reinmaschiert, komische Fragen stellt („Kiara, Handschuhe, wo Handschuhe…. nix finden Handschuhe für putzen…“) ganz egal, ob ich gerade im Kundengespräch bin oder nicht. Also beschloß ich, sie darf nur putzen, wenn ich im Office bin. Seit dem es besprochen und abgemacht war, hat sie jede Woche angerufen

„Kiara, wann ich kommen?“
„Im September bitte immer Donnerstags.“
„O.k. ich komme September immer Donnerstags.“
„Ja, bitte…“

Diese Woche wieder dasselbe. Meine Ex-Putzfrau kannte auch Dille, eine liebe Freundin von mir. Am Dienstagabend kam eine What-app von Dille.
„Elif fragt, wann sie diese Woche kommen soll? Wieso fragt Elif mich, wann sie diese Woche kommen soll, wieso sprecht ihr nicht miteinander?“
Hier rollte ich schon mit den Augen.
Ich telefonierte kurz mit Dille und erklärte ihr alles. Dille kann türkisch. Sie meinte sie erklärt es meiner Ex-Putzfrau. Ich hatte zehn Minuten aufgelegt klingelte mein Handy. Es meldete sich die Tochter von meiner Ex-Putzfrau: „Mama, will wissen wann sie diese Woche kommen soll.“ Oh man, war ich da schon genervt. Auch hier erläuterte ich der Tochter, dass das alles schon besprochen war und dass es im September bitte Donnerstags sein sollte.
Heute, an dem besagten Donnerstag, kam als ich einen Kunden vom Flughafen abholte ein Anruf. Meine Ex-Putzfrau war am Apparat. Sie mokierte der Schlüssel, den ich ihr erneut nachmachen ließ (den ersten Schlüssel hatte sie nach vier Wochen verloren), würde nicht passen, sie hätte die Haustüre nicht aufschließen können. [Ich habe den Schlüssel getestet, bei mir funktionierte er einwandfrei.] Sie wurde leich unverschämt im Ton und baute einigermaßen Druck auf, in dem sie sofort scharf meinte, dass ich ihr sofort einen richtigen Schlüssel nachmachen lassen soll.
Mein Gesichtsausdruck war ungefähr so:    :-O
Auch das ich nicht weiß, wann ich abends zu Hause, sei weil ich es nicht abschätzen könne, wann die Abendbesprechung im Büro aus wäre, aktzeptierte sie nicht. Ich bereite dem Gespräch ein Ende, in dem ich ihr klar machte, dass es nun mal heute so sei.
Keine 10 Minuten später klingelte wieder das Telefon. Dieses Mal meldete sich die Tochter der Ex-Putzfrau wieder.

„Mama möchte wissen, wann sie kommen soll.“

Jetzt war ich es die sich ehrlich gesagt im Ton vergriffen hat, denn jetzt war ich wirklich genervt: „Hey, ich habe gerade mit Deiner Mama doch gesprochen, es kann doch nicht sein, dass ich jede Woche alles zwei, dreimal besprechen muß! Jede Woche ist etwas anderes!“ Ja, ich hatte einen scharfen und genervten Ton. Zickig könnte man sagen. Doch was die Tochter dann brachte war der Hammer.
„Hey, Du Bitch, Du kannst auch normal mit mir reden. Weiß ich doch nicht, dass ihr gerade telefoniert habt. Jetzt ist fertig, so nicht. Hau Dir eins auf die Fresse!“ Und legte auf, bevor ich irgendwie reagieren konnte.
Damit war für mich endgültig fertig. Ich zahle das Geld, ich bin somit die Chefin. Und ich habe gut gezahlt. 14 Euro die Stunde (bei uns ist 10 bis 12 Euro üblich) und habe immer aufgerundet zu einem geraden Betrag auf den nächsten 10er-Schritt.

Weil es jetzt für mich beschlossen war, dass diese Zusammenarbeit endet, habe ich heute Abend bei meiner Putzfrau angerufen und gesagt, dass ich den „falschen“ Schlüssel von ihr abholen möchte. Als ich ihn heute abend abholte, gab ich ihr einen Unkostenbeitrag von 20 Euro für ihre vergeudete Zeit von heute, die sie für Fahrt und vor der Türe herumstehen verbracht hat und sagte ihr, dass ich nicht mehr möchte, dass sie für mich putzt.
Daraufhin unterstellte sie mir schlimme Dinge: Ich hätte ihr mit Absicht den falschen Schlüssel gegeben, um Sie los zu bekommen, damit sie blöd dasteht und heute nicht putzen kann. Ich hätte den Staubsauger selbst präpariert und mit Absicht kaputt gemacht, dass er während sie putzt den Geist aufgibt.
Erstmal: auf so eine Idee wäre ich gar nicht gekommen! Wie kompliziert ist das denn, so was zu veranstalten um jemanden weg zu bekommen? Zweitens schneide ich mir doch ins eigene Fleisch, wenn ich meinen eigenen Staubsauger manipuliere. Und ich habe auch wirklich anderes zu tun, als extra einen falschen Schlüssel zu kaufen, der nicht benutzt werden kann. Ich war wirklich schockiert. Meine Antwort darauf war nur, dass es mir sehr leid tut für sie, dass sie so über mich denkt und bin gegangen. Und war froh diese Beziehung beendet zu haben.

Zudem hat sie nicht nur den ersten-ausgehändigten Haustür-Schlüssel verloren. Sie hat auch meinen Staubsauger auf dem Gewissen. Sie wollte einen Beutel auswechseln, hat so daran gerissen, dass ein Teil, das mit einer Feder am Motor verbunden und irgendwie den Schließmechanismus dort bestimmt herausgerissen, ohne dieses Teil mit der herausgerissenen Kommandofeder ging der Motor nicht mehr an. Ich habe den Staubsauger eingeschickt, es hieß dass es kein Garantiefall ist da grobe Fehlanwendung, und dass die Reparatur aufgrund der angenommenen Arbeitszeit 190 Euro kostet. Das lohnt sich für mich nicht. Da bekomme ich einen neuen Staubsauger.
Ich habe aber schon eine neue Putzfrau. Gestern am Höhlen-Treff habe ich jemand empfohlen bekommen, die auch bei drei Anderen mir Bekannten aus der Höhle putzt. Sie kommt nächsten Donnerstag und sagt sogar, dass die ersten zweimal Putzen „Probeputzen“ sind, damit ich sehe wie zufrieden ich bin und es ihr NICHT zahlen soll. Und erst danach soll ich mich entscheiden, ob ich sie fest engagieren möchte. Natürlich werde ich ihr trotzdem was geben, das verlangt mein eigener Stolz von mir.

 

[Das Bild geht nicht auf meine Kosten. Ich habe es über die Google-Suche auf der Hompage http://www.myheimat.de/peine/heute-ist-internationaler-tag-der-putzfrau-m822548,186852.html gefunden.]

4 Gedanken zu “Konflikt am 22.09.2016 = gelöst

    1. Hi Ella, schön Dich hier wieder zu treffen! Ich weiß, ich war in letzter Zeit eine echt treulose Tomate. 😛
      Ja, sie war angemeldet. Schon allein deshalb, dass die Haushaltskräfte ja dann auch unfallsichert sind, ist es mir das wert.

  1. Hui die Putzfrau war ja echt eine Granate! Aus eigener Erfahrung kann ich dir ansonsten eine Agentur empfehlen, über die hat man auch eine Versicherung, wenn mal was kaputt geht.

    Aber es scheint ja so, als wäre die neue Putzfrau richtig gut 🙂

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