Selbstgespräche: Brief an mich selbst: Es ist wunderbar, sei dankbar


Hallo Du,

Du hast in der letzten Woche alles erlebt, was ein Menschenleben eben in so einer Zeit erleben kann. Alles – zumindest wenn man die Liebe, Kinder kriegen und Heiraten mal ausklammert. Das wäre ehrlich gesagt, auch innerhalb von einer Woche echt schwer zu realisieren gewesen. Manche Dinge sind eben auch schon von der Natur auf längere Zeiträume ausgelegt.
Aber ansonsten hast Du mit der absoluten Flexibilität reagieren müssen. Und das war auch gut so, wenn Du ganz ehrlich zu Dir selbst bist, dass einige Dinge und Thematiken nicht zuvor Dir bekannt waren.
Was hättest Du Dir sonst für Gedanken gemacht, und hättest Dir zuvor selbst den absoluten Druck gemacht. Nein, sei ehrlich, es war gut, dass Du so flexibel reagieren musstest. On-the-fly-handeln nenne ich so was. Und wenn Du es nun, nachdem alles geschehen ist, es nochmals betrachtest, erkennst Du doch, dass Du Dir auch jetzt keine Gedanken machen musst. So im Nachgang. Es ist geschehen. Es war…
Ich gebe Dir den gutgemeinten Rat, mache einige Dinge nochmals. Lass Sie geschehen. Bei anderen Dingen, baue darauf auf. Das Fundament ist gelegt.

Du warst auf Reisen, zwar geschäftlich, hattest aber mal wieder das Händchen, dass Du nach der geschäftlichen Pflicht eine Abend-Stadt-Führung geplant hast in einer der ersten Messe-Städte, die es in Deutschland überhaupt gab. Hier wurde die Mustermesse erfunden. Die Stadt der Köngishäuser und der Passagen. Und Du warst in diesem Stadt-Tower-Restaurant. Dort wird das „douwer“ ausgesprochen in diesem lustigen Dialekt. Du hattest den unglaublichsten Ausblick von dort, den man auf eine deutsche Großstadt haben kann. Und hast gespeist, dass es einfach nur göttlich war. Die Nächte wurden trotz geschäftlicher Herausforderungen immer kürzer, und Du konntest Deinen Kollegen, der Dich begleitet hat begeistern, das Privatleben auch mit zu machen (wie z.B. Stadtführung in der Nacht und Ausblicks-Restaurant und in der berühmten Bar Cocktails trinken) und Du hast es hinbekommen trotz wiederholter nur vier-Stündiger Nachtruhe. Und hast trotzdem die Kurve bekommen, dann zu Hause wieder normal zu schlafen. Du hast begriffen in diesen Tagen, dass das Leben im Hier und Jetzt stattfindet und Möglichkeiten jetzt zu ergreifen sind!
Die Dinge, die Du unbedingt wieder machen solltest, sind diese Dinge, wie am Sonntagmorgen erst um 6 Uhr nach Hause kommen. Nachdem Du gedacht hast, Du gehst halt am Samstagabend mal gemütlich ins Kino und das war es dann. Und dann findest Du Dich um fünf auf den Straßen Deiner Stadt und läufst um halb sechs nach Hause und hattest eine unglaubliche Nacht, die Du nie im Leben bereuen wirst. Und hoffentlich auch nie vergisst. In der Du daran erinnerst wurde, was zwischen Freunden möglich ist. Wie Freunde die Zeit umwandeln können. In eine nicht-gefühlte Zeitzone, weil Zeit dann nicht mehr existiert. In der Du Dich auch so verhältst und alle um Dich herum auch, wie wenn Du und die Anderen noch ganz jung wären. So richtig ganz jung. Weil es einfach passiert und jeder nur den Augenblick erlebt und das „Morgen“ keine Rolle spielt. Ihr wart kurz für diese eine Nacht so unbeschwert wie Teenager.

Und auch das Leben ansonsten Drumherum, war einfach nur spannend. Dein Empfinden dazu ist Spannung! Ja, Du musst damit klarkommen, dass Viele das nicht verstehen. Diese verspüren nicht diesen Durst, diesen Hunger, der in Deiner Persönlichkeit manchmal hochkommt. Manchmal, denn Du kannst oft diese nüchterne, strukturierte, alles-kontrollierende Person sein. Aber in solchen Tagen, wie die Vergangenen, lässt Du den Hunger zu und stillst ihn. Sogar im Berufsleben. Und dann ergeben sich für Dich die unglaublichsten Möglichkeiten, was es noch spannender macht. Was Dich mit Deinen Kollegen schmunzeln lässt, und Dich auch mit Deinen Kollegen lachen lässt. Und dieses Gefühl, wenn Du und Deine Kollegen gemeinsam im Team diesen Erfolg feiern. Ja, Du musst damit klarkommen, dass gerade in Deinem privaten Umfeld Viele es nicht verstehen, was Dich und Deine Kollegen auch dazu veranlasst haben zu tun, was ihr getan habt und zu geben, was ihr gegeben habt, und wie ihr Euch fühlt, wenn ihr dann gemeinsam erfolgreich seid und wie ihr menschlich auch zusammengeschweißt werdet dadurch. Sei diesen Menschen nicht böse, sie haben das vielleicht nie erlebt. Sei dankbar, dass Du das erleben darfst und das Du Menschen dabei hast, die Du magst und mit denen Du den Erfolg feiern kannst und auch weiter gehen möchtest, weil Du willst und nicht weil Du musst.

Die letzten Tage, die letzte Woche haben Dich gelehrt: Du bist hellwach! Die Antennen Deiner Wahrnehmung sind ausgefahren und auf die kleinsten Schwingungen ausgelegt. Diese Schwingungen werden aufgesaugt und sofort verwertet. Deine Haut kribbelt. Sogar die Luft scheint mit Elektrizät geladen zu sein und schlägt sich in eben diesem Kribbeln dann auf der Haut nieder.

Und egal wer es wie auch immer empfindet: Du wirst mit 90 entweder Deinen Enkeln oder Deinen Mitbewohnern im Altersheim voller freudeglitzernder Augen von diesen Tagen erzählen. Und dann wirst Du es so erzählen, dass auch die Anderen (Mitbewohner oder Enkel) zu Dir aufblicken und Dich bewundern, dass Du solche Tage erlebt hast und diese Tage so empfunden hast. Das ist das Wertvollste was Du hast!

Genieße diese Zeit jetzt noch, so lange sie währt und genieße es, wie lange Du davon zehren kannst. Es ist wie Wellen. Und auch diese Wellen wird in einem Tal enden, bevor Du wieder auf die nächste höchste Schwelle der Welle getragen wirst, und über den ganzen Strand blicken kannst. Vor dem Ausblick auf den Strand kommt erst wieder ein Tal. So ist das nun einmal. Also, sei bei Dir selbst und genieße es einfach.

Viel Spaß wünsche ich Dir, viele weitere spannende Momente, viel weiteres Kindliches… Bis zum nächsten Mal…

Deine Kiara

 

 

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