Es gibt nichts Besonders am 05.09.2015


Ich sitze hier auf dem Sofa, ein Glas Rotwein bei mir und höre tatsächlich eine <OPER>!
Wenn mir einer vor fünf Jahren das gesagt hätte, dem hätte ich glatt den Vogel gezeigt.
Aber es ist jetzt nun mal Tatsache: Ich höre eine Oper und genieße es… Und: Es entspannt mich ungemein!
Lauschte ich einigen der (fremden) Klänge und des (bisher unbekannten) Gesangs, tatsächlich mit geschlossenen Augen! Ich verstehe kein Wort, und weiß nicht worum es geht (eine Oper handelt ja immer von einer Geschichte…), aber ich finde es gerade echt schön. Diesen Sender speichere ich in meine Favoriten-Liste ab… ganz klar.

Vielleicht ist es ja das, was mich selbst als 17-Jährige immer denken ließ, wenn ich Menschen in den Dreißigern so beobachtete und diesen zuhörte: „Die sind alt…“  🙂
Klassik-Radio-Sender in der Favoriten-Listen abspeichern… zu Klaviermusik entspannen. Das war für mich (eigentlich nicht nur als ich 17 war, sondern bis jetzt sogar) wie ein ganz anderes Unviersum. Umso überraschender für mich die Erkenntnis: Klassische Musik gefällt mir! Man lernt sich eben selbst immer wieder neu kennen. Faszinierend!

Jetzt selbst in den Jahren angekommen, in welchen man eine 3 vor den Jahren trägt, finde ich es gar nicht mehr schlimm 🙂

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Um den Tag mal Revue passieren zu lassen:
Ich habe heute überhaupt nichts besonderes gemacht. Null-Nada-Nischt. Nur mein geliebtes Autochen von der Werkstatt geholt. Und meinem Autochen gesagt, dass ich gerade bei einer Hypnose war und das Rauchen aufhören möchte, und es gute Chancen hat ausstinken zu dürfen und nicht mehr neu vollgestunken zu werden.
Ich war zweimal einkaufen heute. Warum? Naja, bei dem Autohaus, das mein Autochen wieder fit machte, ist ein echt gut-sortierter-hoch qualitatifier Supermarkt und ich hatte schon so lange Gelüste auf Tatar. Meine Mama hat das manchmal gemacht, und ich habe schon als Kind gelernt, dass dies eine Delikatesse ist. Und als meine Omi A. mit mir zum Autohaus fuhr um mein Autochen abzuholen, war es schon zwölf mittags und ich hatte noch nichts gegessen. Bisher habe ich es mit Arbeit etc. nicht geschafft mir guten Tatar zu holen, und da habe ich diese Gelegenheit heute ergriffen. Das Tatar habe ich selbst angemacht: mit frischen Zwiebeln,frischen Kräutern, ganz klein geschnittenen Essig-Gürkchen, einer ganz fein gewürfelten Paprika und Gewürzen, und einem Ei. Eben so, wie es meine Mama auch immer gemacht hat. Das gab es dann  bei mir zum Mittag, mit schönem Vollkornbaguette und einem Tomatensalat dazu.
(Und ich musste wirklich daran denken, während ich mein Tatar genoß, wie wir beim Abendessen zu Hause im Elternhaus immer zusammen saßen. Das Abendessen war bei uns heilig. Niemand durfte fehlen. Und Mama gab sich wirklich Mühe, dies immer abwechslungsreich mit ihren Kochkünsten zu gestalten. Und wenn es Tatar gab, dann wurden wir immer ermahnt, dies zu schätzen zu wissen und es zu genießen und nicht so gierig zu schlingen. Denn auch als Kinder liebten wir diese pikant-gewürzte Besonderheit meiner Mutter auf krossem Baguette. Auch sie holte das Tatar immer ganz frisch von sehr ausgesuchten Quellen und bereitete es direkt nach dem Kauf ganz frisch zu und servierte es dann. Ja, ich liebte auch schon damals das Tatar meiner Mutter und ja, es sind lustige Erinnerungen, denn trotz Delikatesse lief das Abendessen dann mit uns Kindern immer sehr chaotisch ab. 🙂 Wir bekamen auch immer nur etwas Tatar. Das heißt, wenn es bei meiner Mutter Tatar gab, war die Menge pro Person begrenzt. Es war das Sahnehäubchen, das Besondere zu dem Abendessen. Satt essen mussten wir uns an dem dazu gereichten Salat und Sonstigen Beilagen (Käse, Oliven…), aber bestimmt nicht an dem Tatar 🙂 Einmal ging mein Bruder während des Abendessens in die Küche um etwas zu holen und ich habe ihm seinen ganzes Tatar vom Teller stibitz. Keiner hat es bemerkt, bis auf meinen Bruder. Der hat dann natürlich Radau gemacht. Zur Strafe musste ich dann den Küchendienst für ihn übernehmen an diesen Abend…  🙂   )

Aber damit habe ich ja erst für den Mittag eingekauft, und das habe ich ja gleich verdrückt. Nachmittags habe ich mich hingesetzt, meine Rezepte durchgeschaut, mir ein Smoothie Rezept rausgesucht und ein warmes Gericht für morgen (die Menge gleich mal verdoppelt, damit ich was einfrieren kann und dann ins Büro mitnehmen kann für den Mittag), und bin dann nochmals zum einkaufen, aber erst um halb neun Abends. Wozu gibt es denn diese tollen Öffnungszeiten der Supermärkte? Wieso nicht nutzen? Dachte ich mir zumindest so und trat ein in das Wunderland.
Ich musste sehr gut vorplanen, auch bei dem was ich jetzt koche, denn ich bin nächste Woche Dienstag und Mittwoch auf Reise in Warschau. Von Mittwoch auf Donnerstag übernachte ich am Flughafen, weil ich erst super-spät zurückkomme, da fahre ich nicht mehr zwei Stunden zurück. Am Donnerstag geht es dann mit dem Zug direkt zurück ins Office, dann erst mal arbeiten. Somit bin ich erst wieder am Donnerstagabend zu Hause. Da muss ich schon schauen, was ich in den Kühlschrank packe, dass nichts kaputt geht.
Dazwischen habe ich mir auch noch einen schönen, tollen, bezaubernden, wunderbaren Mittagsschlaf gegönnt.

Wie man hier unschwer erkennt: Ich schreibe nur über alltägliche Dinge. Keine Erwähnung von Party, Freunden oder sonst was an diesem Wochenende. Und es macht mir nichts aus. Ich habe das Bedürfniss für mich zu sein. Und das lebe ich jetzt auch aus.

10 Gedanken zu “Es gibt nichts Besonders am 05.09.2015

  1. Ich liebe diese „Alltäglichkeiten“. Sie lassen – mit Deiner erfrischenden Authentizität – Leben in meine lyrische Ader fließen -Klasse!
    Im Übrigen rauche ich auch und ich habe mir EntwöhnungsScheiterungsVersuche abgewöhnt 😂.

    Gutes Nächtle
    Sylvia

    1. Ja, das mit dem Rauchen…
      Ich mag es halt wirklich nicht an mir. Trotzdem mache ich seit Jahren rum und habe es nie geschafft es ganz sein zu lassen. Und trotz der Hypnose oder auch bei den anderen Versuchen leide ich! Das volle Programm: launisch… Seltsame Gelüste… Kämpfe in mir selber… Es ist nicht einfach! Und ich glaube auch, dass selbst wenn ich es schaffe nicht mehr zu rauchen, ich immer der Raucher bleiben werde. So wie ein Alkohliker auch wenn er trocken ist

      1. Ja, das Rauchen ist eine ungute Eigenschaft, kostet Geld, stinkt und diese Abhängigkeit nervt einfach.Ich glaube, irgendwann muss der Punkt kommen, an welchem so eine Art „Schalter“ umgelegt wird und man hört einfach auf. So hörte ich das schon des Öfteren bei anderen „Ex-Rauchern“ und sie hatten kaum Entwöhnungsprobleme. Die blieben deshalb fast aus, weil so eine Art „Leidensdruck“ entstanden ist – wie bei anderen Süchten eben auch. Dann ist das Aufhören wahrscheinlich noch das geringste Übel.
        Ich warte noch auf den SCHALTER ;-).

        Liebe Grüße und einen geruhsamen Sonntag

        Sylvia

      2. Also ich kenne einige Leute, die haben das rauchen aufgehört, einfach aufgehört, weil sie erkannten, dass das „Assi“ ist. Auf Nachfrage erklärte mir einer, er schaue ja auch kein Unterschichtenfernsehen. Ich glaube, das ist was dran. Rauchen ist heute ein Distinktionsmerkmal.

      3. Was andere über mich denken, da komm ich drauf klar. Aber ich hasse mich selbst dafür. Ich hasse es wie meine Hände stinken danach, ich hasse es wie meine Kleidung stinkt, ich hasse dieses Mundgegühl am Morgen. Ich hasse es wie es mir meine Luft abschnürrt. Ich hasse es raus gehen zu müssen und wie so eine Aussätzige vor der Türe zu paffen. Und meiner Haut tut es auch nicht gut. Ich mag mich nicht, dass ich dieser Sucht unterlegen bin! Erkannt dass es assi ist habe ich schon lange, aber es ist trotzdem schwer mit sich selber diese antrainierte Gewohnheit sein zu lassen. Meine Laune ist furchtbar schwankend im Moment, schrecklich.

  2. Joschka Fischer hat mal gesagt, dass er 50 werden musste, um was mit Mozart anfangen zu können. Das scheint also normal zu sein.

  3. Oper hören ist eine Sache, sie sehen ist nochmals ein Quantensprung. Allerdings würde ich Dir zum Einstieg eine traditionelle Inzenierung empfehlen, die Modernen sind heutzutage, meiner Meinung nach, oft reine Effekthascherei und verfälschen das Werk. 3SAT bringt oft gute Inzenierungen. Guck doch einfach mal rein. LG Hella

  4. Opern live zu hörren, ist dann das ultimative. Ich kann von Live-Aufführungen nicht genug bekommen. Gönne es Dir einmal!

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