Tag 9 bis Tag 12 – Meine 30 Tage mit Meditation


Tag 9 lief noch ganz reibungslos. Aber ich war wieder total müde. Zum Glück musste ich nicht arbeiten, und konnte mich dann nach der Meditation diesem Bedürfniss des Mittagsschlafes beugen. Wieso bin ich denn dannach so fertig, dass ich das Gefühl habe, jetzt muss ich mich unbedingt hinlegen und schlafen? Das nervt… Echt!

😛

Tja, die restlichen Tage: mit Meditation war nicht so viel, ganz ehrlich gesagt. Also gar nichts.
Letzten Freitag wurde mir mein Urlaub „aus betrieblichen Gründen“ gestrichen. Nun ja, knallhart gestrichen kann man nicht sagen. Ich wurde ganz freundlich gefragt, ob ich ab Mittwoch wieder arbeiten könnte. Und da die mich wirklich brauchten, wegen mehreren Dingen, die zugleich unerwartetet reinkamen, habe ich halt „Na gut…“ gesagt.
Und am Mittwoch, also Tag 10, hatte ich morgens noch ganz fest vor, die Meditation in der Mittagspause zu machen. Und was war: Mit den Kollegen gequatscht, mich verquatscht… voll die Meditation vergessen… Abends im Bett ist mir dann an Tag 10 siedend heiß eingefallen, dass ich sie vergessen hatte. Ganz klar, dass ich mich, wenn ich gerade am Einschlafen bin, nicht mehr aus dem Bett trolle…
Am Donnerstag, Tag 11, hatte ich ganz fest vor, die Meditation in unserem Ruheraum in der Mittagspause durchzuführen, und habe mir sogar eine Erinnerung in mein Handy eingespeichert. Dies hat auch gute Dienste vollbracht und ich stackselte hochmotiviert ein Stockwerk nach unten und habe mich sogar richtig auf die 10 Minuten meditatives Atmen gefreut. Vor dem Fitnessraum, einen Schlenker nach links, denn dort war immer der „ruhige“ Ruheraum, und stehe vor einer durchgebrochenen Wand, einem orange-weißen Absperrband und einem Schild: „Aufgrund der andauernden Verbesserungen bezüglich der neuen Brandschutzbestimmungen entsteht hier ein Fluchtweg. Während der Bauarbeiten diesen Durchgang allerdings bitte nicht benutzen und den Ausgang rechts wählen.“
Na super…. rechts gibt es auch noch einen Ruheraum, aber der ist definitiv kein Ruheraum.  Die Tür grenzt an einen Raum, in welchem eine Tischtennisplatte steht und ein Tischkicker. Beides reichlich genutzt in der Mittagspause, untermalt mit Musik, die ebenfalls durch die Türe des Ruheraums durchdringt. Zudem kommen die männlichen Brunftgeräusche der Spielenden, das Quietschen der weiblichen Cheerleadern, die ja auch nicht fehlen dürfen und das klackern und knocken des harten Balles vom Tischkicker der wie blöd gegen die Bande knallt. Zudem ist im anderen Raum, also hinter dem Ruheraum, eine weitere Firma eingemietet, die sich auf die Herstellung von Apfelchips spezialisiert hat, und ihre Schneidemaschine dort platzierte. Die ist soooo laut, und dass ständig Tack-Schnuffffffft-Tack-Schnufffffft ist dann echt nervend. Na toll, in dem noch verbleibenden Ruheraum konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen irgendwie zu meditieren.
Ich lief wie ein angefahrenes Reh im Gebäude herum, und überlegte fieberhaft wo ich denn jetzt meditieren könnte. In meinem Büro saß meine Kollegin und hat mit Schatzi gequasselt – also Fehlanzeige. In der Küche bei uns sitzen immer jede Menge Leute…. würde nur noch die Toilettenkabine bleiben. Da wäre ich alleine, kann abschließen und es ist einigermaßen ruhig. Aber äh… sorry… äh…. neeeeeeee!
Also fiel die Meditiation an Tag 10 ebenfalls flach, denn abends wollte ich noch was von meinem Abend haben, und nicht von der Meditiation, wie es meine vorangegangenen Erfahrungen einfach gezeigt haben, so geplättetet wieder hervortretten, dass ich gleich schon um halb neun oder so ins Bett falle.
Dafür hatte ich an Tag 10 nachmittags mein Physio mit der Ultraschallbehandlung (diese Frau hier ist nämlch total kaputt 🙂 ), und das war total entspannend und schön, und ich bin total relaxed wieder ins Büro zurück.
Heute, Tag 12 habe ich dann gleich mal pauschal beschlossen, dass es mit Meditation nichts wird. Denn morgens würde mich das killen, und ich würde direkt wieder im Bett liegen und gar nicht erst im Büro ankommen, weil mich die Meditation ja immer so fertig macht. Also fällt die Morgen-Meditation, was ja bei Anderen wahre Wunder wirkt, für mich mal aber auf jedem Fall flach. Mittags gibt es keinen Platz bei mir im Geschäft, und abends will ich nicht schon wieder die Müdigkeitskeule überzogen bekommen. Deshalb habe ich beschlossen heute abend an der frischen Luft im Garten 45 Minuten meine Gymnastik zu machen, und dann zu Pianomusik mein Relax-Yoga. Und das hat wirklich gut getan. Ich habe mich wirklich entspannt, die Arbeit hinter mir gelassen und sitze nun sehr entspannt auf dem Sofa. Also, was will ich mehr? Ich denke jeder muss seinen Weg hier finden.
Morgen ist Samstag, da bin ich nicht auf der Arbeit und werde nochmals Meditation versuchen. Am Sonntag auch… aber wenn das mich weiter so arg müde macht, dann ist dieses Projekt eventuell das erste Projekt von mir, dass ich abbrechenkönnte.

7 Gedanken zu “Tag 9 bis Tag 12 – Meine 30 Tage mit Meditation

  1. Mich fasziniert das Meditieren irgendwie und doch denke ich, wäre ich zu ungeduldig dafür. Wie meditierst Du? Sind das Atemübungen oder so?

    1. Ich stelle mir den Timer, da ich mich in Kurzmeditation üben möchte. Also in kurzer Zeit, zwischen 10 und 30 Minuten, aus dem Alltag entfliehen und Kraft schöpfen. Hierzu setze ich mich an eine Wand, damit mein Rücken gerade bleibt, im Schneidersitz oder ich ziehe die Knie an zum Winkel. Dann schließe ich die Augen und beginne bewusst durch die Nase zu atmen. Das Einatmen wird begeleitet in Gedanken durch ein „So“ (Sooooooo – Schnauf) und das Ausatmen in Gedanken durch ein „Ham“ (Haaaammmmmmmm – Schnauf). Wenn der Timer piepst schüttel ich meine Arme, rolle die Schultern und so, schüttele mich halt im Sitzen durch und stehe dann erst auf.

  2. Möglicherweise wäre eine mechanischere Meditation für dich geeignet um den Körper aktiv zu halten. Wir waren letztens in Graz im Tempel der Thai und haben dort erfahren, dass sie alle paar Momente mit den Armen Bewegungen durchführen. Oder vielleicht ist die achtsame Gehmeditation geeignet. Das Internet wird dir sicher verraten wie es geht.
    MfG toe

  3. Warum mühst du dich mit der Ruhe-Meditation so ab, wenn du merkst, es tut dir nicht gut? Es gibt andere Varianten von Meditationen die dir vielleicht besser liegen. Versuch es mal mit Tanzmeditation. Die hab ich während eines Seminars kennengelernt und mag sie ganz gerne. Ich verwende auch noch die Lieder, die wir damals hatten. Bob Marley „No woman, no cry“, „One Love“ und von Juli „die perfekte Welle“. Musik laut an, Augen zu und einfach zu der Musik bewegen. In den 10 Minuten denkst du nicht nach und lächelst automatisch vor dich hin. Und danach fühlst du dich frisch, frei und kannst direkt wieder durchstarten.
    Und wenn du die Lieder auf dem Telefon hast, Kopfhörer dran und du kannst selbst in der Toilettenkabine dazu wippen 😉
    Und wenn du unbedingt (aus welchen Gründen auch immer) die Ruhemeditiation und meditatives Atmen (so ein Quatsch) machen möchtest, dann kannst du das auch als Einschlafritual nehmen. Also Musik an, ins Bett und wenn du dabei einschläfst, ist doch kein Problem.
    Wenn du Yoga, Meditation und das alles als Stress ansiehst, ist das definitiv der falsche Weg für dich.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s