Es bleibt jetzt so, wie es sein soll


Ich hatte heute ein sehr interessantes Telefonat mit meinem Schwesterchen.
Interessant für mich, vor allem deshalb, weil mir eine Erkenntnis über mich selber kam.
Einfach in dem ich nur darüber sprach, wie mir gerade ist.
Ich rief sie an, vom Büro aus, weil ich ihr gestern auf einer Veranstaltung über den Weg lief.
Wir plauderten ein bisschen, so zwischen in die Halle laufen und an der Garderobe unsere Mäntel abgeben. Sie fand es einen witzigen Zufall, dass wir uns dort über den Weg liefen.
Da Sibli nach der Jacke abgeben ganz schnell Richtung unsere Plätze lief und sich gar nicht darum rang, dass ich mich gerade mit jemanden unterhielt, bin ich irgendwann nur noch Sibli, die schon einiges an Vorsprung hatte, hinter her gerannt und vergaß glatt-und-sauber echt meinem Schwesterchen „Tschüss“ zu sagen.
Mein schlechtes Gewissen ließ sie mich also dann heute anrufen.
Schwesterchen nahm es mir gar nicht krumm, dass ich so schnell davon eilte. Und wir plauderten einige Minuten.Sie fragte mich die üblichen Small-Talk-Fragen.
Wie lange ich denn noch am Freitag arbeiten müsste und so.
Und eben auch, was ich denn dieses Wochenende noch geplant habe.
Und da antwortete ich, dass ich keine großen Pläne habe, dass ich es einfach gerade genieße, auch mal gemütliche Abende zu haben. Dass ich immer wieder mal so Phasen haben, an denen ich mich aus Action zurückziehe. Und dass ich einfach die Gemütlichkeit abends sehr zu schätzen weiß.
Und das war meine Erkenntnis: ich mache das gerade bewusst. Ich mache es, weil ich es gerade genieße und deshalb habe ich mich unbewusst auch gar nicht darum gekümmert, wer denn genau was am Wochenende alles reißt und wo ich denn überall hinspringen könnte.
Ich finde das gerade gut so… ich möchte das wohl gerade so.
Diese Phase wird auch wieder abgelöst. Aber so lange diese Phase währt und mich begleitet, nehme ich sie gerne an, ohne sie zu verurteilen, oder mich selbst zu läutern mit Hetz-Gedanken, dass ich ja sollte und müsste.
Oder noch besser: Kennt ihr diese „Man-Sätze“. Personen sprechen von sich in einer anderen Person, erzählen eigentlich über sich selber aber ohne sich selbst zu erwähnen. Mit diesen setzen die meisten mit „Man sollte doch….“ oder „Man müsste ja eigentlich“ sind eben solche Druck-Sätze, die dazu verleiten, das eigene Bedürfnis zu untermauern.
Ich habe mir heute mit dem Telefonat mit meinem Schwesterchen meine „Man-Sätze“ abgewöhnt.  🙂

Ein Gedanke zu “Es bleibt jetzt so, wie es sein soll

  1. Vor ein paar Jahren war ich auf einer Fortbildung. Und da war genau das das Thema. Man soll die Sachen beim Namen nennen. Nicht immer „man“ sagen, wenn man sich selbst meint. Diese Fortbildung war für einmal mal interessant und hat seitdem denke ich immer daran, wenn ich „man“ schreiben oder sagen möchte, bei den Sachen, die mich angehen, doch besser mit „ich“ schreibe. Anfangs ist das schon sehr schwierig. Es kostet Überwindung, die Dinge beim Namen zu nennen, aber es geht.

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