Blame me for….


LEAVING YOU IS ALL THAT YOU CAN
BLAME ME FOR
LEAVING YOU
IF YOU LIKE IT OR NOT
KIND OF STRANGE BITTER TASTE
IT’S GONE TOO FAR
IF YOU LIKE IT OR NOT

Die Happy – Leaving you

 

Ich hatte heute eine Brief erhalten.
Interessenlos öffnete ich wie immer, wenn ich abends nach Hause komme, den Briefkasten. Nahm an, dass nur Werbung, Mitteilungen und Rechnungen rauskommen werden. Doch ich hielt auch einen blauen Briefumschlag in der Hand.  Mein Name und meine Anschrift mit Füller darauf geschrieben.
Er war von FWB-Danny.
Der Brief beinhaltet 10 Seiten Handgeschriebenes.
Eine lange Erklärung, warum er sich ab Mitte November bis ich unsere Affäre… unsere praktische Einrichtung…. unsere irgendwas-keine-Beziehung beendete, so seltsam verhielt und wieso sein Verhalten sich so schnell in etwas steigerte, das ich nicht nachvollziehen konnte.
Und dann hagelte es nach der Erläuterung die nächsten Seite Vorwürfe über mein Unverständniss…. darüber, dass er alles gegeben hätte, was ich wollte und er sich von mir in einer seiner schwärzesten Stunden weggeworfen fühlte.
Anscheinend hätte sein Ärztin in der Klinik zu diesem Brief ihn geraten, zu dieser Aussprache, die er wohl dringend benötigte.
Nun ja…. ich hätte mich beim Beenden der Beziehung am 10.12. auch gerne ausführlich mit ihm darüber unterhalten, aber das war in seinem Zustand nicht möglich für mich.
Ich kann Danny-FWB nicht vorwerfen, dass er mich nicht gewarnt hätte.
Er hat die Karten zu Beginn gleich offen auf den Tisch gelegt.
Ich habe dementsprechend auch mit mir gehadert, ob ich mich weiter auf Etwas einlassen soll und wurde dann „gefangen“.

Schluß gemacht habe ich, weil Danny-FWB am 13.11 das erste Mal seltsame Äußerungen machte, nachdem ihm zwei eigentlich sehr lustige Missgeschicke passiert sind. So ist ihm zum Beispiel sein Handy in die Toilette gefallen. Ich würde da über mich selber lachen. Doch Danny sinnierte darüber, warum ihm  solche Dinge passieren und das sehr ernsthaft.
Dann steigerte sich das sehr schnell, fast täglich verschlechterte sich sein Gemütszustand und seine Sicht auf die Welt.  Bis zu der Wahrnehmung von ihm, dass alle sich in einer Intrigen gegen ihn verschworen haben: seine Kollegen, seine Familie, staatliche Einrichtungen, seine Freunde und auch ich.
Ich bin nämlich von Mitte November ab und den ganzen Dezember seiner Meinung nach mit Absicht so viel im Aussendienst gewesen, weil ich bestimmt was gegen ihn habe und nicht, weil es einfach mein Job ist.  Und wenn ich z.B. mit einem Kollegen unterwegs war zu einen Kunden, hat er mich ausgefragt, was genau wir im Auto besprochen hatten, weil er glaubte wir hätten uns die ganz Fahrt zum Termin nur über ihn unterhalten und vielleicht hätten wir dann Pläne ausgeheckt, wie wir Danny schaden können.
Zum Schluß ging er nicht mehr an seinen Briefkasten, weil er die nächste Verschwörung darin erwartete, denn alle wollen ihn nur noch fertig machen.

Am 22.11. hab ich Danny-FWB das letzte mal gesehen, dannach wollte ich ihn nicht mehr in meiner Wohnung haben und erst recht keinen Fuß in seine Bleibe mehr setzen. Aber er hat mich noch regelmäßig angerufen und ich konnte die ganze Tragödie so weiter verfolgen.
Ich habe dann am 10.12. Abends Schluß gemacht, weil ich das Gefühl hatte, ich möchte mich selbst schützen.

Ja, ich habe ihn nicht unterstützt.
Nein, ich sehe mich für sein Leiden überhaupt nicht in der Verantwortung. Ich bin nicht verantwortlich für seine Gespenster.  Und ja, ich konnte mit dieser übertriebenen Reaktion nicht umgehen und sah mich auch nicht als die Person in Danny’s Leben, die das muss.
Ja… eiskalte Schulter – aber so ist es eben. Ich kann mich nicht zwingen, in einer auch für mich stressigen Zeit, noch die letzten Ressourcen an einem Menschen zu verbraten, den ich nicht liebe. Und es war so… ich mochte Danny-FWB, aber ich liebte ihn nicht.
Als ich das Abschiedsgespräch beendet hatte, hätte ich mich am liebsten selbst geohrfeigt, weil ich schon früher hätte gehen sollen. Aber man soll der Vergangenheit nicht nachwiegen. Nur das Jetzt und die Zukunft zählt. Und unter Anbetracht dieses Gesichtspunktes habe ich in diesem Falle mich nun mit dem Beenden gut um mich gekümmert.

Danny hat eine Drogenvergangenheit – auch mit harten Drogen.
Danny gestand mir in dem Brief, dass er vor seinem Schizophrenen-Paranoiden-Anfall Cockain geschnupft hat und Chrystal Meth an einem Wochenende zu sich nahm, an dem wir uns nicht sahen…. und darauf hin die Paranoia und die Schizophrenie laut seiner Ärtzin wieder ausgelöst wurde.

Vielleicht antworte ich etwas auf seinen Brief.

Aber jetzt im Moment trage ich meinen Kopf arrogant hocherhoben.
Am Ende seines Klinik-Aufenthaltes und am Ende seiner Therapie wird Danny vielleicht erkennen, dass er mir gar nichts, aber auch nicht das geringste vorwerfen kann – außer vielleicht wirklich, dass ich nicht früh genug gegangen bin und außer dem,  dass tatsächlich ich es war, die ihn verlassen hat und der berrechtigte Vorwurf, dass ich mit seiner Sicht der Welt nicht einer Meinung bin.
Aber eine, die auf Geschäftstermine im Winter gerne Twinsets und Perlenohrringe trägt, kann eben auf so etwas nicht…

All that you can blame me for is that
I stayed too long
everything you take me for is definitely wrong
you won’t get another chance to prove
your faith in me
all that you can blame me for is that I disagree

7 Gedanken zu “Blame me for….

  1. Man, Kiara da habe ich ja etwas verpasst. (Muss mal nachlesen)
    Aber du bist gewarnt worden, hast es versucht und es hätte ja gut gehen können…
    Aber nun kannst du mit diesem Kapitel abschliessen und bist frei für etwas ganz neues. Ist doch auch ein gutes Gefühl?

    1. Also, das Schluß machen kann man nicht nachlesen. Da hatte ich gerade eine Blog-Pause, weil ich ja so sehr beruflich eingespannt war und viel unterwegs war, deshalb war leider keine Zeit für einen Eintrag.
      Aber ja…. ich habe damit abgeschlossen und ich bin bereit für neue Erfahrungen.
      Und auch die Erfahrung mit Danny war über die 6 Monate sehr wertvoll.

  2. Das liest sich schon sehr dramatisch.

    Frag dich doch mal, was du willst und wohin die Reise gehen soll. Einen Menschen zu verändern klappt nicht gut.

    Viel Glück und ein gutes Händchen bei deinen Gedanken und Entscheidungen

    1. Ich verstehe nicht worauf Du hinaus willst. Die Entscheidung ist hier schon längst gefallen, schon im letzten Jahr und wenn Du meine vorherigen Beiträge liest, geschah dies aus dem Wissen heraus, was ich eben möchte. Aber danke für Deine Anteilnahme. 🙂 🙂

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