Mein Abenteuer-Lauf


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Start!

Jawohl…. es war ein reines Abenteuer am Samstagabend.

Denn: Ich bin in einen Cross-Running-Lauf reingestolpert!
Irgendwie hab ich das bei der Anmeldung nicht gecheckt.
Ich habe zuvor schon im Internet über das Cross-Running gelesen und hatte einen Heidenrespekt davor.
Und jetzt lief ich da selbst, im Dunklen über ein Feld! Kein Weg…. nichts…. Aaargh!

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Strecke in der faszinierenden Dunkelheit

Das führte dazu, dass ich mich verdammt unsicher fühlte. Die ersten 2 KM kein befestigter Weg. Es ging über Wiese, Feld und Flur. Und das bei Dunkelheit, denn meine Läufer-Staffel ist erst um 17:45 Uhr gestartet.
Es hieß ja schließlich auch Vollmond-Lauf.
Die ersten 3 bis 5 KM muß ich ehrlich zugeben, dass ich mehr gekämpft habe, als genossen und mir das ein oder andere Mal dachte: „Was ist denn das bitte für eine Scheiße!“
Dann passierte Etwas, das mich ablenkte. Ein Läufer stürzte vor mir. Ich sprang noch irgendwie über ihn rüber, weil ich nicht auf ihn drauftretten wollte, aber erwischte volle-Kanne seine Hand.
Oh man, das tat mir so leid – aber ich konnte echt nichts machen!
Ich habe angehalten und sein Gesicht sah ganz böse aus. Er hat wohl einen plötzlichen heftigen Krampf im Oberschenkel bekommen und ist deshalb auf dem unwegsamen Gelände gestürzt.
Ein anderer Läufer hielt noch an, andere fragten, ob wir Hilfe benötigten. Wir sagten, sie sollen bei dem nächsten Stationsposten Bescheid sagen und jemand herschicken.
Ich und der Andere bildeten ein Team. Der Andere überstreckte unter den Schreien des Gestürzten das Bein, ich massierte gleichzeitig den Oberschenkel.
Als der Gestürzte uns bestätigte, dass die Krampferscheinungen besser sind, nahm ich mein Wasser aus der Rückentasche und meine Tempos (,die ich reichlich eingesteckt hatte, für den Fall, dass ich während des Laufs in den Wald huschen muß, um dem Ruf der Natur zu folgen), und wir säuberten seine Hände und sein Gesicht. Na also, bis auf ein paar Schürfwunden sah es doch gar nicht mehr so schlimm aus. Nach dieser Aktion kamen auch schon die Stations-helfer, luden den Gesürzten auf einen Fahradanhänger und wir konnten weiter laufen, denn diese empfohlen dem Gestürzten nicht mehr weiterzulaufen, da der Krampf leicht wieder kommen kann.

Ich kam in einen dunklen Wald. Hier war auch wieder so Etwas wie ein Weg. Meine Stirnlampe huschte mit meinen Bewegungen hin und her und „Limp Bizkit – Burning Bridges“ feuerte mich an.
Auf einmal war ich mir nicht mehr sicher was ich sah und hatte schon Angst, dass ich wohl Erschöpfungserscheinung habe.
Denn da im Wald, im Licht von meiner Stirnlampe, flogen lauter weise und leuchtende Wesen. Das sah aus, als wären Feen oder Elfen aus dem Wald herausgekommen! Es war so schön. Es waren zwar nur weise Nachtmotten, aber es sah so glitzernd und schön aus! Es war unglaublich…. und ab da lief es auch… und ich lief… und lief durch diesen Zauberwald… Ich hatte irgendwie die Gruppe verloren und hatte keinen weiteren Läufer mehr in Sicht. Aber es machte mir nichts aus. Ich hatte meine Unsicherheit in der Dunkelheit verloren und freute mich so über die magische Stimmung.
Bis ich auf einmal eine Hand grob an meine Schulter klopfen fühlte.
Ich erschrak, drehte mich um und ein freiwilliger Feuerwehrler, stand keuchend vor mir und sagte immer wieder: „Stop! Stop! Stop!“
Ich: „Häh? Wieso? Hab ich was falsch gemacht?“
Freiwilliger, keuchender Feuerwehler: „Man, Sie sind von der ausgeschilderten Strecke abgekommen. Sie hätten abbiegen müssen. Ich renne Ihnen schon voll lange hinter her… und wieso haben Sie nicht auf mein Rufen gehört! Maaaan, echt!“
Ich zeigte nur auf meine Kopfhörer. Feuerwehrler: „Oh man, echt….!!!“
Ich: „Sorry…“Feuerwehrler hat mich dann zurück auf die Strecke geleitet und so kam es, dass ich nicht, wie angemeldet nur 11 KM gelaufen bin, sondern 12,8 KM. Lauf-Kiara hat ja so eine schlaue App, die das alles aufzeichnet.
Feuerwehrler hat noch dann als er mir zeigte, wo es wieder lang geht gemotzt: „Man, das hätte ich auch nicht gedacht, dass heute abend noch Jemand falsch läuft…“
Kann ich doch nichts dafür, wenn ich vom Zauberwald und vom Laufen so ausgeschaltet war, dass einfach meine Beine übernommen haben.

Mit meiner anfänglichen Unsicherheit im unwegsamen Gelände auf nicht-befestigten „Wegen“, meiner Ersten-Hilfe-Aktion und meiner Zusatz-Strecke – wurde ich sage-und-schreibe „Drittletzte“ von meiner Läuferstaffel, Zeit 01:34. Verfluxt aber auch! Aber ich muß echt sagen, so ein Cross-Running-Event ist eine ganz andere Hausnummer, als so ein normaler Lauf auf befestigten Wegen. Das ist schon: Heieyeieyeieyei…. Aber ICH HABE DURCHGEHALTEN!

Aber egal: Es war ein unglaubliches Gefühl beim Zieleinlauf ausgerufen zu werden! „Und hier kommt Lady Kiara, Startnummer 1252, aus dem schwäbischen XOXO.“
Danny-FWB hat mich ja begleitet und im Ziel auf mich gewartet. Zusammen mit Soni. (OEJ konnte nicht.)
Die Beiden waren klasse! Die haben beim Zieleinlauf so viel Krach gemacht, dass ich erwartet hätte, dass da eine ganze Armee steht und mich auf den letzten Metern anfeuert. 🙂
Manchmal kann ich es einfach nicht glauben, was für wunderbare Freunde ich habe.
Ich werde nächstes Jahr bei diesem Lauf wieder mit machen, denn dieser Lauf ist wirklich etwas Besonderes, nicht nur weil es von der Strecke, wie auch von den Höhenmetern (234), sondern weil es einfach etwas Besonderes ist.
Ich habe mir heute mit Excel wieder eine neue Tracking-Liste erstellt, nach dem 100-Tage-Prinzip, mit welchem ich startete – BODY, FOOD, MIND

Ich bin hochmotiviert und der nächste Lauf kommt bestimmt! Ich bin schon am Ausschau halten!

3 Gedanken zu “Mein Abenteuer-Lauf

  1. Herzlichen Glückwunsch zu deiner Leistung. Und das im dunkeln ohne Weg?
    Meine Lieblingsstrecke geht am Kanal lang, ist aber unbeleuchtet und somit um diese Jahreszeit Abends tabu.
    LG
    Wibi

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