141 2013| Sommergewitter


Ich weiß ja, dass Gewitter mittlerweile in Deutschland schon einiges an Schaden angerichtet haben. Aber ich finde Sie immer noch faszinierend und total super-schön.
Vorher fing es an.
Der Himmel sah aus wie düster gemalt.
Und dann diese herrliche frische Luft dannach… Hach! *Tief*einatmen*
Jedes Gewitter erinnert mich an die Zeit, als im Sommer 2009 bei meinen Eltern ein Blitz in das Dach ihres Hauses eingeschlagen hat.
Zum Glück hat der Blitz den Dachstuhl lediglich gestreift und ist dann weiter in einen Baum. Denn hätte der Blitz frontal eingeschlagen, wäre wahrscheinlich das Dach weggeflogen.
Aber so gab es „nur“ einen Dachstuhlbrand.
Bezüglich der Elektrizität, dem anschließendem Wasserschaden und dadurch, dass die Feuerwehr um zu löschen das halbe Dach kaputt schlagen musste, war trotzdem eine komplett Sanierung fällig.
Die Heizung war kaputt (Elektrizität des Blitzes) und sonst noch so ein paar Sachen.
Möbel von Löschwasser zerstört und so weiter.
Das Haus war für 4,5 Monate nicht bewohnbar.
Und wisst ihr, was meine Eltern gemacht haben?
(Ich konnte mich irgendwie nicht wehren!)
SIE ZOGEN BEI MIR EIN!
Es wurde das alte Stockbett (wieso war das bloß nicht vom Wasser kaputt???) aus dem Keller geholt, diese wurden in meinem damaligen noch Studenten-WG-Zimmer aufgestellt (ja – ich hatte bis 2010 durchgehend eine WG), da wurden meine Schwester und ich rein bugsiert.
Ja… ich war schon 30 und stritt mich mit meiner Schwester wieder darum, wer oben und wer unten schläft!
Meine Eltern quartierten sich in meinem Schlafzimmer ein.
Oh man – ich sag es Euch.
Das war etwas!
Dann bekam ich zum Spätsommer einen neuen Job.
Und meine Mutter hörte immer, wenn ich morgens aufwachte um dann ins Bad zu kommen um mich zuzutexten!
Aaaaaahhhhh!
Auch bei anderen Sachen, ging sie mir total auf die Nerven.
„Wieso machst Du das so und so…?“
„Wann tust Du das und das…?“
„Warum so und so…?“
Ich war schon seit ich 18 Jahre alt bin von zu Hause draußen (mit 18 ging ich für 1,5 Jahre in die USA – und kam nicht mehr nach Hause zurück…) und musste auf einmal mich von meiner Mutter wieder löchern lassen und ihr alles Mögliche erklären.
Ich hätte ihr mehr als einmal den Hals umdrehen können.
Genauso muss ich da auch in diesem Zusammenhang an unsere Bügelorgie denken!
Das war so:
Die Klamotten waren voller chemischer Löschsubstanz von der Feuerwehr – aber viele, viele Kleidungsstück – also so 75% – ansonsten tatsächlich unversehrt.
Die Versicherung bot an, alles abholen zu lassen und auf deren Kosten zu reinigen.
Neeeeeeiiiiiiiiiinnnn – was macht meine Mutter?
Heult rum (der Schock über das zerstörte Eigenheim – ganz klar), dass sie ihre Sachen bei sich haben möchte, dass sie nichts mehr weggeben möchte, dass schon so viel von ihren Sachen kaputt gegangen sei, was ihr lieb ist, jetzt will sie wenigstens die Klamotten bei sich haben.
Schniefte und tat so…
Alles wurde hier her gebracht… dann startete die Waschaktion und am Schluss standen meine Omi A., meine Schwester und ich am Bügelbrett und haben !Fünf! Tage lang durchgebügelt!!! Nur damit Muttchen ihre Klamotten nicht mal für ein paar Tage hergeben muss!
Scheiße… ich dachte echt…
Und vor allem, da ich bügeln ja soooooo sehr liebe, gell!
Aber es gibt noch so ein paar nette Anekdoten.
Meine Eltern haben es z.B. geliebt, vor dem Schlafen gehen nochmals kurz Fernsehen zu gucken.
Ich habe noch einen im Schlafzimmer, den ich zwar so gut wie nie benutze, aber der ist noch übrig geblieben, von einem Studenten, der in der WG wohnte und den Fernseher nicht mit nehmen wollte.
Kurz noch nett im Bett fern zu sehen bevor man einschläft, ist ja völlig o.k. Aber meine Eltern haben den Fernseher so laut geschaltet, dass ich echt annehmen musste, die beiden sollten einen Termin beim Akustiker ausmachen und sich ein Hörgerät mal anschaffen!
Durch die Wand durch, in das Zimmer von meiner Schwester und mir, konnten wir genau mit verfolgen, was sie gucken und wer gerade spricht!
Zudem konnte mein Freund nicht mehr zu mir kommen.
Wohin auch?
War ja kein Platz mehr in der Bude.
Das hat meinen damaligen Freund total verzogen.
Denn ab sofort bin ich immer zu ihm gerannt.
Fand er natürlich total angenehm… keine Arbeit mehr mit rumfahren, Klamotten schleppen oder sonst was, war ab sofort nur noch mein Part.
Zudem habe ich meine Sachen nicht mehr gefunden, denn Mutter hat ja alles umgeräumt.
Sie fing sogar an mit meinen Freundinnen am Telefon zu plaudern und komische Stories zu erzählen (von mir natürlich!), wenn diese anriefen, wenn ich nicht da war.
Es hat eigentlich nur noch gefehlt, dass sie wieder anfängt mich zu kontrollieren, wenn ich weg ging – alá „Wo gehst Du hin? Mit wem gehst Du? Wann kommst Du wieder? Wie kommst Du heim? Hast Du vor zu trinken?“

Nun ja, es ist alles gut gegangen.
Das Haus von meinen Eltern wurde komplett saniert – viele Dinge sind jetzt noch toller als vorher… z.B. das Bad im Obergeschoss – der Hammer seit der Sanierung… alles von der Versicherung bezahlt… oder der neue Parkett im Erdgeschoss – richtig Fancy
und letztendlich haben meine Eltern, meine Schwester und ich uns nicht umgebracht.
Aber es hat viel durchatmen gebraucht… mehr als einmal… um nicht das Äußerste zu tun.

Hoffen wir mal, dass es nicht wieder so einen Blitz gibt.
Denn ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich nochmal den Samariter spielen könnte.
Ich glaube meine Nerven halten das nicht nochmals aus!

Und ja: Trotzdem finde ich Gewitter immer noch toll!

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