164 2012 | Er durfte endlich reden…



Ich bin gestern noch zu Omi T. ins Krankenhaus und dann hab ich angefangen den Adventskalender für Papa angefangen zu basteln. Das ist der einfachste Kalender und wird am schnellsten fertig.
Um sechs klingelte es dann auf einmal.
Ich dachte mir "Nanu… wer das?"
Also, ich an die Sprechanlage… und kurz darauf fiel mir beinahe der Hörer aus der Hand.
Es war Ex-Ex!

Zuerst hab ich mir überlegt gar nicht aufzumachen.
Doch mir kam es so vor, dass das mit den sms und den Besuchen nicht aufhören wird, wenn ich ihn nicht endlich das loswerden lasse, was er los werden will.
Ex-Ex kann nämlich überaus hartnäckig sein.

Also, hab ich auf gemacht. Er kam hoch und meinte, er würde gerne mit mir Essen gehen.
Zum Glück war ich einigermaßen hergerichtet. Einem Ex unter die Augen zu kommen und auszusehen wie ein Häufchen Elend ist doch nichts.
Auf jedem Fall sind wir dann Essen gegangen.
Weil zuerst in der Trattoria in welche wir wollten kein Platz frei war, sind wir zuvor einen Cocktail trinken gegangen.
Da hab ich dann erfahren, wieso er schon seit einiger Zeit sms schreibt und mich "unbedingt sprechen musste".
Zum Jammern! Jammern wollte er!
Ich hab gedacht ich fasse es nicht!
Man geht doch nicht zu seiner Ex zum jammern!

Er jammerte, dass es mit ihm und den Frauen nicht klappen würde, dass er nicht wisse was die Frauen wollen und wieso es denn nicht klappt und blabla bla bla blablabla bla…
Ich hätte am liebsten laut zu Lachen begonnen!
Und dann fing er an sich zu ENTSCHULDIGEN!

Es tät ihm leid, was zwischen uns am Schluß abgelaufen wäre, es täte ihm leid, dass es nicht anders gewesen wäre, er wäre einfach noch nicht so weit und so reif gewesen, dass er es hätte anders regeln können.
Dann entschuldigte er sich auch für eine ganz bestimmte Sache, die sehr hässlich und sehr schlimm für mich war und immer noch ihre Spuren hinterlässt bei mir.
Er meinte, er wüsste was er da getan hätte und könne fast nicht damit leben. Er wäre nun in psychologischer Behandlung. Er bat mich um Verzeihung.

Ich war total baff und dachte mir nur: Ja, danke – Du Arsch!

Offiziel die Begnadigung habe ich ihm nicht gegeben.

Es wurde bei dem Essen auch viel Wein getrunken. Und ich war eh beduddelt. Anders hätte ich sein Gejammer und seine ständigen Verzeih-mir-Arien gar nicht ausgehalten.
Ja und irgendwann war es soweit und ich wurde richtig bedudelt.
Nach dem Essen sind wir noch mal in eine Cocktailbar. Ich hatte mittlerweile auch einen enormen Redefluss und hab alles abgelassen, wie es mir in der Beziehung ging, und dass ich es gut finde, dass diese zerbrochen ist.
Und was für Schwierigkeiten ich nach dieser einen schlimmen Sache hatte. Er hätte schier geheult und nochmals beteuert, wie leid es ihm alles tut.
Oh, es hat so gut getan, ihn alles an den Kopf zu werfen.

Bedüddelt hab ich ihn dann irgendwann sitzen gelassen. Ich bin einfach aufgestanden und hab gesagt: "So jetzt ist ja alles gesagt, oder wolltest Du etwa noch was sagen? Nein, sehr gut… danke für das Essen… Tschüss!"

Ich habe dann so gut geschlafen! Befreit!

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