199 2011 | Leicht genervt…



Ja, ich bin gerade leicht genervt. Ich weiß auch nicht warum.
Mich nervt vor allem das Wetter. Und morgen soll es ja noch schlimmer werden! Sturmwarnung und Orkan.
Na super!
Aber wenigstens dauert es nicht mehr so lange bis zu meinem besonderen <Urlaub>. Das wird sicherlich eine interessante Erfahrung. Und ich habe meine Ruhe!

Trulla hatte heute ein Vorstellungsgespräch, bzw. ein Assesment-Center. Sie hat sich dort wieder für eine Ausbildung beworben, aber dieses mal für ihren absoluten Traumjob. Ich finde es ja absolut mutig von ihr, dass sie sich nochmals für eine Ausbildung bewirbt, vor Allem deshalb, da sie ja schon einige Jahre ausgelernt gearbeitet hat. Da bekommt nicht jeder nochmal den Hintern hoch, und wagt einen Neuanfang. Ich hab ihr den ganzen Tag die Daumen gedrückt und ganz Feste an Sie gedacht.

Was mich übrigens auch nervt sind meine lieben Freunde, Muttern und Schwesterchen.
Diese haben schon in mehrfacher Ausfertigung zu mir alle gemeint, dass ich in meinem <Urlaub> bestimmt einen Mann kennenlerne. Alle sind sich einig, was für einer es ist (wo ist die Kristallkugel, aus welcher sie alle die Zukunft lesen können; die hätte ich mir mal gerne ausgeliehen!). Also, ich soll dort den super-reichen Manager kennenlernen, so ein Workaholic, der deshalb sich diesen <Urlaub> gönnt. Die scheinen mich alle nicht gut zu kennen, denn wenn ich dann entgegne, dass dieser ja dann nie für mich da ist, weil er ja ständig arbeitet – dann antworten diese einstimmig:
„Na und, er hat viel Kohle, Du machst Dir ein wunderschönes Leben damit und wenn er immer nur arbeitet, dann hast Du wenigstens Deine Ruhe… Ist doch genial!“
Die müssen alle sehr frustrierende Beziehungen führen, wenn sie so etwas als toll empfinden.
Nein, nein, nein, ich will einen Partner der Zeit für mich hat, der wenn ich mal einen harten Tag hatte, mich streichelt und drückt und mir dann zuhört. Und ich möchte auch für meinen Partner da sein dürfen und ihn mit meinen Kochkünsten verwöhnen dürfen und ihn bekuscheln und loben. Und mit dem ich schöne Stunden verbringen kann. Viele schöne Dinge erleben kann, oder mit welchem ich einfach nur einen Tag lang im Bett kuscheln kann.
Mir scheint es so, als hätten sich alle abgesprochen, weil sie fast das Selbe daherreden. Und das Personen-unabhängig.
Buschi hat erst gestern den selben Spruch abgelassen.
Ich kann es langsam nicht mehr hören, und einen Typen, der mich jetzt total verwirrt und mir den Kopf verdreht, ist das Letzte was ich jetzt momentan brauchen kann. Das hört sich jetzt hart und böse an, aber es ist nun mal so – ich habe mit mir selber gerade schon zu tun und sollte mich ohne abgelenkt zu werden um mich kümmern! Also, Steckt Euch Eure Sprüche Sonst Wo Hin! *Zunge*raus*streck*

Und wie wenn da Jemand im Universum oder sonst wo (ist mir jetzt auch wurscht Wo!) mich falsch verstanden hatte, wurde ich heute in der Stadt im Buchladen gleich mal blöd angequatscht! *Grrrrrgrrrrr – Fauch*
Es ist so: ich liebe Buchläden. Man kann mich dort stundenlang lassen und ich würde es nicht bemerken, wieviel Zeit vergangen ist. Ausserdem gibt es dort Kaffee und Tee für Lau *grins* und eben wunderschöne Bücher, in welche man reinschnuppern darf.
Also, ich sitze dort auf einem super gemütlichen Sessel, mit einer total süßen Geschichte über eine Katze, die ihre Besitzerin verkuppeln will. Und schlürfe meinen Tee.
Da kommte ein Typ, setzt sich neben dem Sessel, auf dem meine Handtasche parkte, und fragte mich, ob ich Tiergeschichten lieben würde.
Ich hab geantwortet, dass ich noch keine zu Hause habe. Und hab die Nase wieder in das Buch gesteckt.
Was ihn aber nicht abgeschreckt hat.
Er war so frech, hat das Buch leicht heruntergedrückt und einen absolut schmalzigen Spruch gebracht: „Halte das Buch nicht so hoch, ich seh Dein hübsches Gesicht nicht. Und es ist doch Weihnachtszeit, da dürfen sich Engel nicht verstecken…“
Ha ha ha – ich lach mich scheckig!
(Wobei eines muß ich ja neidlos eingestehen, mutig sind die Männer ja schon. Alle Achtung! Ich würde mich das nie im Leben trauen!)
Kiara: „An Ihrer Stelle wäre ich sehr vorsichtig, sich mit mir zu vertiefen. Ich hab nämlich gewaltig ein Paar an der Klatsche.“ (Dannach wäre ich am liebsten im Erdboden versunken! Hab ich das wirklich gesagt? OMG!)
Bücherwurm, lacht sehr laut und peinlich, und meint: „Keine Sorge, ich spreche eine Frau in der Buchhandlung an. Ich schätze, wir passen sehr gut zusammen, denn ich muß auch was an der Klatsche haben. Dein Tee ist leer. Ich habe gesehen, es gibt auch einen Melissentee, der soll beruhigen. Soll ich uns zwei Verrückten, welchen holen?“
Die Antwort wartete der Bücherwurm nicht ab, sondern ging zwei Schritte zum Selbstbedienungstresen und machte uns Melissentee. Mir war das ja unheimlich – ein Mann der sich mit Kräutern und deren Wirkung auskennt, nicht gerade das was ich als typische männliche Stärke erwarten würde, aber er war ja immerhin ein Bücherwurm, die wissen ja so Einiges.
Während er Tee machte, grinste er mich die ganze Zeit bescheuert an. Ich überlegte fieberhaft, wie ich aus der Nummer am Elegantesten raus komme.
Und da kam er zurück, und meinte mir erzählen zu müssen, dass er diese Schaf-Krimis so toll findet, und dass es dort nun einen Neuen geben würde. Und was ich denn so lange vor dem Jugendbücher-Regal gemacht hätte. Ich habe mich gleich verteidigt und gemeint: „Da gibt es auch sehr schöne und spannende Bücher!“ Gleich darauf dachte ich mir: >Du Sau, Du hast mich beobachtet!<
Dann kam die ultimative Ansprache, dass ich gar nicht in einen Buchladen passen würde, ich sei nicht so Öko- bzw. Apotherikerinen-like als die üblichen Frauen hier. (Hallo, Andere Frauen als Ökos und Apothekerinen dürfen Bücher auch gerne haben! *Fauch*)
Und er wollte wissen, ob ich in einer Parfümerie oder in einer Kosmetikabteilung arbeite. (Häh??? Äh, neee!)
Dann kam die Anmerkung, dass er es ja voll süß findet, dass ich ihn Siezen würde. (Das war Absicht, um verbale Distanz zu schaffen!)
Und darauf hin: „Bist Du Single? Du mußt Single sein, ich habe Dich immerhin schon über 10 Minuten dazu gekriegt, dass Du mir zuhörst…“ (Äh, oooops, echt – so lange schon – Mist!)
Bücherwurm: „Außerdem hast Du so traurige Augen. Zwar unglaublich dunkle und sexy Augen, aber sehr traurig.“
O.K. da reichte es mir. Schleimbacke, dieser Typ!
Ich lächelte, packte meine Handtasche und meinte, dass ich nun gehen müsste. Und wünschte dem Bücherwurm einen schönen Tag. Er darauf hin noch: „Krieg ich Deine Nummer?“
Ich: „Nein!!!“
Er: „Falls wir uns hier wieder sehen. Ich bin übrigens <XY.Z>.“
Ich: „Und ich bin <nicht verfügbar>. Ciao!“
Und weggerannt bin ich.
Auf der blöden Treppe zum Ausgang hätte es mich beinahe noch hingelegt. Eine ältere Frau hat mich noch gestützt und meinte: „Na na na, Kindchen. Sind Sie auf der Flucht?“

In dem Moment habe ich meine hohen Hacken echt mal verflucht. Ich hätte mir beinahe den Fuß umgeknickt! Und die Männerwelt habe ich auch verflucht! Und schon wieder war ich genervt.
Menno, jetzt kann ich nicht mal mehr in den gemütlichen Buchladen gehen, in welchen es Sessel, Sofas, eine Leseecke und Kaffee, Tee und Kekse für Lau gibt.

Beim Heimlaufen, bin ich auf dem Weihachtsmarkt – am Stand des Asiaten – zufällig AL über den Weg gelaufen. Der hat mich auf einen Punsch eingeladen. Ich hab ihm mein Leid geklagt, und er fand das auch noch witzig! Er kam mir auch gleich mit dem Spruch: „Wenn Mister Dich nicht mehr will, dann verkuppel ich Dich!“
Wieso denn, um Himmels-willen, wollen mich nur alle so schnell wie möglich unter die Haube bekommen?! *Nerv*
AL meinte, es gäbe da dann diverse Möglichkeiten. Er würde mich entweder Nötigen mein Auto zu waschen, oder er setzt mich in einen Buchladen – und fand seinen eigenen Scherz so toll, dass er sich an seinem heißen Glühwein verschluckte. He he he, hat mich das gefreut!


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