155 2011 | Spaziergänge…


Aus irgendeinem Grund, ich weiß gar nicht mehr warum, bin ich ziemlich früh aufgestanden am Dienstag. Der Liebeskummer tat sein übriges. Nachdem ich zu Hause wie unter Strom stand, nichts hinbekam, Sachen angefangen habe und dann zum nächsten bin, auf einmal dachte – aber da war doch was anderes was ich tat – und 3 Stunden brauchte um mein doofes Abtropfgitter für das Gespülte in der Küche aufzuräumen, bin ich in den Wald zum spazieren.
Das tat ich weil mein Vater meinte, es sei ganz wichtig in solchen Situation die Natur zu haben.
Im Wald sind mir auf jedem Fall nur schöne Dinge über den Weg gelaufen.
Wisst ihr, dass es auch noch Eltern gibt zum Glück, die einen Kindergeburtstag auf einen Waldspazierspielplatz abhalten. Fand ich toll! Die haben solche Sachen gemacht wie Sackhüpfen etc.
Die Ziegen und Wildschweine und Rehe haben sich ebenfalls sehr über meinen Besuch gefreut.
Und es sind mir zwei verliebte Pärchen über den Weg gelaufen.
Und da wusste ich wieder, ich glaube an die Liebe.

Am Dienstag habe ich mich dann bei dem Gastgeber der 30er Feier telefonisch entschuldigt, weil ich eben dachte, ich muss das tun, ich habe seinen 30isten Geburtstag versaut. Erst am Dienstag weil ich am Sonntag und am Montag so seltsam kraftlos war und unkoordiniert. Seine Antwort: Also, bei mir brauchst Du Dich nicht entschuldigung, von ihm aus sei alles o.k. Er hätte auch nur am Rande etwas mitgekriegt, aber er hätte jetzt mal keinen seelischen Schaden davongetragen. Tja, so ist er halt 😉 Ich habe ihm gebeten, ob er mir die Telefonnummer von dem Paar, das ich angepflaumt habe geben möchte, bzw. anfragen möchte bei Ihnen, ob er die Telefonnummer weitergeben darf, weil ich mich bei diesen Beiden auch persönlich entschuldigen möchte. Er hat sich mal meine Telefonnummer notiert und wird mir Bescheid geben. Ich finde das toll von ihm, das er das für mich macht.

Abends hat TJ aus dem Westerwald angerufen. Und wir haben nett geplaudert. Er versteht meine Situation absolut, und auch von ihm die Bestätigung, dass er mich nun seit sieben Jahren kennt, davon waren wir 3 Jahre wirklich nah beinander und viel unterwegs zusammen, und dass mit mir irgendetwas passiert sein muss, dass ich so war.

Am Mittwoch musste ich früh raus, da ich um 8 zum Zahnarzt bin. Zahnreinigung und Kontrolle. Er hat festgestellt wo meine Kopfschmerzen herkommen, die ich in den letzten Monaten öfters hatte. Zähne aufeinanderpressen. Ich bekomme nun eine Beißschiene verpasst für Nachts.

Danach kam wieder so eine Unruhe und Unkonzentriertheit. Ich bringe hier Sachen, die sind echt – grrr grrr. Dann wollte ich etwas in den Briefkasten werfen, und weil die Sonne schien bin ich gelaufen, und bin danach zum Zwerg Aldi.
Beim Spazieren laufen zum Briefkasten ist mir etwas witziges passiert. Ich fand den gelben Kasten nicht :-/ also bin ich in so ein kleines Tabak-Totto-Lotto-Geschäft und fragte nach. Da kam mir auf einmal: ich könnte ja einmal wieder Lotto spielen. Bei irgendetwas muss ich ja Glück haben. Ich kreuzte fleißig an. Ein Herr mit einem superkrassen neon-orangen (So ein Edding Leuchtorange) war auch in dem Laden und weil es ein Tabakladen war durfte er rauchen. Er plauderte wohl sehr gerne mit der Dame hinter der Theke über dies und das. Und auf einmal fing die Dame an (, die ehrlich gesagt ziemlich kaputt aussah – Hautausschlag, ganz dünne gefärbte rötliche Haare, und oben ein handbreiter grauer Ansatz, Schlabberpulli, supermager) mit mir zu plaudern.
Ob ich denn Pech in der Liebe hätte, dass ich Lotto spielen möchte. Ich entgegnete dass ich dies befürchte, hoffe es aber nicht. Sie meinte Sie hätte nur gefragt, da sie sieht, dass ich nicht oft Lotto spiele, weil ich alles mögliche noch vergaß anzukreuzen. Und dann plauderte sie fröhlich und munter darauf los. Der Neon-Herr mischte sich auch ein, und sie fragten mich aus und gaben ihre Meinung kund. Am Schluß hatte ich einen Kaffee getrunken den die Dame mir einfach eingeschenkt hat („Kindchen, Sie bekommen jetzt eine Stärkung von mir!“) und wurde mit 100 guten Wünschen auf den Weg zum Briefkasten geschickt.

Tja, und beim Aldi lief mir meine Mutter dann über den Weg. Mein Vater hatte ihr nichts erzählt, also war sie sehr überrascht mich zu treffen.
Die erste spitze Bemerkung, und dass sie, wenn sie mein Arbeitgeber wäre mich rausschmeißen würde. Dann hat sie mir ihre Ansichten zu der Ehe von sich selbst erzählt und mir blieb der Mund offen stehen. Ein komplett anderes Bild als mein Vater es immer von der Ehe abgibt. Ja, und danach ging es mir nicht so gut. Ich habe keine Ahnung, weshalb ich von ihr immer kritisiert werde. Aber das weiß sie wahrscheinlich selbst nicht.

Sie hat mir auf jedem Fall richtig Angst gemacht, um meine berufliche Zukunft. Ich bin glaub schon ein bisschen zu Hause am Rad gedreht.
Zum Glück hat OEJ dann angerufen, weil er unbedingt zu mir kommen wollte. Ich habe ihn am Sonntagabend noch angerufen, und hab zu ihm gesagt: Sag mal – so und so sieht es, das und das habe ich getan und so und so geht es mir – ich muss glaube ich morgen zum Arzt. Ihn angerufen habe ich, da er in einem 300-Mann Unternehmen arbeitete, in welchem die Angestellte nur aus zu resozialisierten Psycho-fällen bestehen, vom EX-Alkoholiker bis zum mannisch-Depressiven. Aber natürlich nur solche krassen Fälle die wirklich teilweise jahrelang in einer Klinik oder Anstalt waren. Er ist dort 6 Jahre lang Abteilungsleiter gewesen und hatte 30 Leute unter sich, er hat aber keinen psychosomatischen Hintergrund selbst. Daher dachte, der kennt sich aus, den frag ich jetzt, wie er das einschätzt.
Auf jedem Fall hat der mich wieder runtergeholt. Denn er kennt sich auch arbeitsrechtlich gut aus und meinte, dass ich mir da keine Sorgen machen brauche.

Mittwochabends kam Schwesterchen. Wir haben von acht bis um 11 Uhr geredet. Auch über unsere Eltern. Ich hab meine Schwester so lieb! Und es tat so gut, dass sie da war!
Mister hat zwischen drin angerufen, da der Staubsauger da sei, denn wir 31.10 für mich bestellte, er ihn abgeholt hätte und ich ihm am Wochenende holen könnte. Ich konnte nicht anders und musste ihm sagen, dass ich viel an ihn denke und dass ich ihn lieb habe und er mir sehr wichtig ist. Ich hab ihm gesagt, dass ich wahrscheinlich für einige Woche in eine Klinik soll. Er meinte er sei stolz auf mich. Das fühlt sich irgendwie komisch an, nach allem wie ich oft war. Das Gespräch dauerte nur wenige Minuten.

Auf jedem Fall haben wir vergessen auszumachen, wann ich den Staubi hole :-/ Hmpf. Jetzt steh ich da. Ich hab per Sms angefragt, dass er mir sagen soll, wann es ihm passt.

Heute hatte ich das Vorgespräch für die Klinik.
Das war hart. Ich bin um neun aus’m Haus und kam um Drei nachmittags wieder. Mir ging es so was von Scheiße danach. Wenn der Aufenthalt auch so wird, dann kann ich mir am besten gleich die Kugel geben. Auf jedem Fall sehen sie meine körperlichen und seelischen Symptome ebenfalls so, dass ich einen Aufenthalt machen sollte. Und zwar möglichst schnell, und dass sie meiner Ärztin eine Liste von weiteren Kliniken senden würden, da sie momentan nicht sofort einen Platz haben. Es hieß ich solle mich und 3 Wochen Klamotten bereit halten, da es jeder Zeit losgehen könnte. ??? Meinen die das Ernst? Morgen habe ich einen Termin bei meiner Ärztin, dann muss ich da nochmal nachfragen.
Ich kann fast nichts essen. Es geht einfach nichts in mich hinein, auch wenn ich versuche. Daher wiege ich jetzt wieder 56 KG. So ratzefatze kommt man seinem Wunschgewicht näher. Man nehme einfach eine Portion Schlaflosigkeit und Liebeskummer.

Bis dann Ihr Mäüse und Mäuseriche, Schönen Abend Euch.

P.S. Bitte nehmt es mir nicht übel, dass ich nicht so viel Kommentiere bei anderen Blogs, zumindest im Moment.
P.S.2: Die in der Klinik fanden das eine klasse Sache, dass ich ein anonymes Tagebuch schreibe – es sei sehr gut und sie würden Tagebuch ebenfalls empfehlen.

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