152 2011 | sich vor mir schützen


Mister hat sich gestern von mir lösen müssen.

Müssen, weil es seine eigene Pflicht ist, sich zu schützen.

Ich habe mich am Wochenende so sehr schrecklich verhalten. Ich habe mich öfters schrecklich verhalten in unserer Beziehung. Doch am Wochenende habe ich ihn blamiert.

Ich habe eine 30-er Feier floppen lassen mit meinem Verhalten.

Wie kann ich nur so sein?

Ja, ich habe mich selbst belogen.

Die letzten Monate war nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen, vor allem nicht in mir selbst.

Mister trennte sich mit einem letzten kurzen Gespräch von mir.

Er präsentierte mir, wie ich mich verhalten habe, dass die Menschen auf der Feier den Kopf über mich geschüttelt haben. Dass er sich bei einem seiner besten Freunde und dessen Freundin sich für mich und mein Verhalten und die Sprüche, die ich abgelassen habe entschuldigt hat. [Hierfür bin ich ihm sehr dankbar.]

Einer seiner besten Kumpels hat ihn zur Seite genommen und ist mit ihm eine Runde um den Block gelaufen und hat zu ihm gemeint, er solle sich für mich als Freundin schämen, dass ich eines an der Klatsche habe und ich mich sehr bedenklich aufführe.

Mister ist es während der Feier immer wieder heiß und kalt geworden wegen mir.

Einiges weiß ich gar nicht mehr im Detail. Die Details, die ich weiß und mir noch präsent sind, sind schlimm genug. Ich erschrecke mich vor mir selber. Und nicht nur, wenn ich an das letzte Wochenende zurückdenke.

Ich habe den Menschen, den ich liebe und der mich liebt, schlecht behandelt. Nur weil ich mich selbst nicht wohl in meiner Haut fühlte. Und das ist gewiss keine Entschuldigung dafür. Es gibt keine Entschuldigung.

Mister glaubt an nichts Gutes mehr in mir. Das interpretiere ich nicht, sondern das hat er gesagt. Er denkt, dass so wie ich mich Verhalten habe, beim Kennenlernen und beim Verlieben, dass ich mich verstellt habe, und dass diese schreckliche Person von der Nacht am Samstag auf Sonntag, die wahre Charaktere von mir ist. Ich gebe ihm recht, dass es schrecklich war und sehr schlimm, wie ich war. Aber ich weiß und ich schwöre, dass ich mich nicht verstellt habe vor Mister, als ich ihn kennenlernte und als wir uns verliebten. Und ich weiß, dass dies nicht mein wahre Person ist.

Er sagte zu dem, dass ich mich bei meinen Eltern für meine schlechte Erziehung bedanken kann. Und dass meine Mutter mich anscheinend noch nicht schlecht genug behandelt hat, damit ich nicht zu schätzen weiß, wenn man jemanden hat, der einen liebt, und diese Liebe noch mit Füßen tritt. Hierzu vielleicht später mal mehr, was er damit meint, mit meiner Mutter, das würde jetzt aber zu sehr den Rahmen sprengen und von den eigentlichen Geschehnissen ablenken.

Er sagte, dass ich ein definitives psychisches Problem habe, aus dem er glaubt, dass ich nicht mehr selbst herauskomme. Das sehe ich auch so, die Ereignisse die ich noch selbst weiß, können nur darauf hindeuten.

Er meinte ich sei eine Gefahr für Andere, da ich psychologischen Krieg führen würde. Dass ich nur darauf aus sei, ihn fertig zu machen.

Seine Mutter findet mich so furchtbar und hasst mich so sehr, dass sie mir Hausverbot erteilt hat.

Andere Indizien hat er mir auch vor Augen geführt: Wie ich denn nur sein gutes Verhältnis zu seiner Mutter ihm neiden kann. Das habe ich wohl einmal so gesagt („Ich beneide Dich für Dein gutes Verhältnis zu Deiner Mutter.“). Nämlich, weil ich das nicht habe zu meiner Mutter, und seine Mama ist halt eben eine echte Mama. So Eine wie es sich jedes erwachsene Kind wünscht. Das würde ich mir auch einfach wünschen. Und er f indet es schrecklich, wie ich ihm etwas neiden könne. Da ich ihn doch Liebe solle ich mich für ihn freuen.
Tu ich ja auch, und ich wünsche ihm auch nichts Anderes.

Mister hat das Gefühl bekommen, dass er es mir nie hat recht machen können. Er sagte, dass er schon teilweise Magenschmerzen hatte, wenn er zu mir musste, weil er nicht wusste, wie ich drauf bin, und dass er nie wusste – ob er jetzt den Alleinunterhalter spielen muss für mich. Ich wäre für ihn nie eine Oase gewesen.

Trotzdem will er zuerst mal „nur“ eine Pause. Und will von mir nichts hören, nichts sehen und nichts lesen. Er könne mich nicht mehr ertragen. Ich kann das sogar verstehen. Er würde mir wünschen, dass ich einmal einen Tag es mit mir selber aushalten muss, wenn ich Scheiße drauf bin. Es ist schön, dass er mich nicht ganz abschreibt, doch bei mir kommt etwas Zweifel auf, denn um nochmals sich jemand öffnen zu können muss man vertrauen können. Und er ist wohl so enttäuscht, dass es sich für mich sehr fragwürdig anhört, ob er das wieder kann. Er habe völlig jeden Respekt vor mir verloren. Und ich muss gestehen, ich vor mir selbst auch.

Ich habe den Himmel auf Erden gehabt, und dieses Paradies nur mit Füßen getreten. Ich habe es in eine Hölle umgewandelt.

Ich war heute Morgen beim Arzt, dieser hat mir ein Beruhigungspräperat verschrieben, und mich für erst mal 2 Wochen aus dem Verkehr gezogen. Ich bin bei Ihr drangekommen heute morgen. Sie macht sich auf die Suche nach einer Klinik für mich. Ich bekomme bis spätestens Mitte dieser Woche Bescheid, bzw. muss ich wieder zu ihr und Meldung machen. Diese Woche will sie mich noch zum Neurologen senden. Da die Wesenveränderung und meine vielen Kopfschmerzen (hat sich durch gezieltes Fragen erfahren) sie stutzig machen.

Sie denkt, dass ich nächste Woche die Koffer packen muss und eingewiesen werde. Mal wieder eine Irre mehr auf der Welt. Ihre Diagnose psychischer Schock und Burn-out.

Ich habe ihr alles erzählt, und habe zu ihr gesagt, dass ich mir selbst nicht mehr traue. Ich habe zu ihr gesagt, dass ich glaube, dass ich eine Gefahr für Andere und für mich bin. Und dass ich so bin, wie ich nie war und dass ich so nicht bleiben will.

In letzter Zeit war oft bereits wenn ich aufgewacht bin, ohne ersichtlichen Grund, eine ganz schlimme Traurigkeit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Und es gab wirklich keinen Grund. Oft hätten wunderschöne Tage zuvorgestanden, ich bin neben Mister aufgewacht und alles war gut. Und ich fühlte mich einfach nur Hunde-elend. Weshalb? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass das nicht zu mir passt. Ich habe im Bekanntenkreis den Ruf eine hoffnungslose Optimistin zu sein. Oder ich war voller Wut, wenn ich an manche Situationen zurückdenke hat es in mir drin richtig gebrannt.

Die Ärztin hat sich 1 Stunde für mich Zeit genommen. Wahrscheinlich wird es eine Psychosomatische Klinik in BS. Wieder mal eine Irre mehr. Es ist unglaublich, wie kann so etwas mir passieren. Da hält man sich selbst immer für einigermaßen Intelligent und dann…
Ich schäme mich. Und ich soll mich auch schämen müssen.

Ich habe ihr auch alles erzählt was in der Firma so abgeht. Wie ich mein Privatleben bestreite oder zumindest versuche. Das mit meinen Eltern. So gut es ging. Sie sagt, das alles bei mir hat „mannisch depressive Ansätze“ welche durch Schlafmangel extrem gefordert und auch noch hervorgerufen werden. Und richtig geschlafen habe ich seit dem Frühling kaum noch. Ich habe meistens eine Nacht Wochenende gebraucht, um einigermaßen schlafen zu können.

Ich würde mir wünschen, dass er irgendwann mal alles liest, was ich hier die nächste Zeit schreibe. Das Schreiben tut bestimmt gut, und ich werde bestimmt viel verarbeiten hier.
Mister ist und bleibt meine schönste Love-Story.

Daher könnte es auch einiges an Erläuterung geben.

Und das wird gut sein für die Klinik, da kann ich vielleicht die Gedankengänge dann darlegen.

Tja – so sieht es aus: Kiara-an-der-Klatsche

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